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How do you do, Washington? Patrick Welter : Buffett twittert

  • Aktualisiert am

Das Kapitol in Washington Bild: AP/dpa

Der Anlegerguru Warren Buffett beginnt, auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zu zwitschern. Die kanadische Regierung überrascht mit der Ernennung von Stephen Poloz zum neuen Notenbankgouverneur. In den Vereinigten Staaten richten sich heute alle Blicke auf den Arbeitsmarktbericht für April.

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          „Warren ist im Haus.“ Mit diesen vier Worten hat der berühmte amerikanische Investor Warren Buffett am gestrigen Abend europäischer Zeit sein Debüt auf dem Kurznachrichtendienst Twitter gegeben. Man wird aus der Nachricht keinen Anlagetipp des „Orakels von Ohama“ ablesen wollen. Doch hatte Buffett in der Nacht schon mehr als 200.000 Anhänger gefunden, die seine Botschaften unter @WarrenBuffett verfolgen. Für den Anfang ist das nicht schlecht, hat aber noch Potential nach oben. Das Gezwitscher des Software-Gurus und Wohltäters Bill Gates etwa verfolgen mehr als 11 Millionen Anhänger.

          Buffett, der gerne mit seiner persönlichen Zurückhaltung gegenüber moderner Kommunikationstechnik kokettiert, hat dem Sagen nach keinen Computer auf seinem Schreibtisch stehen. Berühmt ist die Episode von 2009, als er nach eigener Erzählung ein Angebot verpasste, Lehman Brothers zu retten. Angeblich wusste Buffett nicht, wie er auf seinem Telefon eine Sprachnachricht abrufen konnte. Offen ist damit, ob und wie intensiv er den Kurznachrichtendienst für seine Weisheiten nutzen wird. Sein Einstieg auf Twitter verdankt sich einer Teilnahme an einer Diskussionsrunde der Zeitschrift Fortune, die auch über soziale Medien kommuniziert wurde. Der rätselhaft schlichten Erstnachricht Buffetts folgte Stunden später der Hinweis auf eine eigene Analyse, warum Frauen der Schlüssel zum amerikanischen Wohlstand sind.

          Poloz bald im neuen Haus

          In ein neues Haus umziehen wird in Kanada Stephen Poloz. Die Regierung hat den 57 Jahre alten Präsidenten der Ausfuhrförderagentur Export Development Canada zum neuen Gouverneur der Bank von Kanada berufen. Für Analysten war das eine Überraschung. Sie hatten überwiegend darauf gesetzt, dass der bisherige Vize-Gouveneur Tiff Macklem die Aufgabe anvertraut bekommt. Poloz soll im Juni auf den Mark Carney folgen, der dann die Spitze der Bank von England übernimmt.

          Über die geldpolitische Linie von Poloz, der früher 14 Jahre lang in der kanadischen Zentralbank als Ökonom gearbeitet hatte, ist wenig bekannt. Beobachter in Ottawa sprechen ihm aber die Qualität zu, die Zentralbank gut zu führen. Bei einem ersten Auftritt vor Journalisten legte der designierte Gouverneur klar, dass die kanadische Wirtschaft noch der geldpolitischen Unterstützung bedürfe. Für wie lange, wisse er nicht. Carney hatte im Gefolge der globalen Wirtschaftskrise den Leitzins erst auf ein Viertel Prozentpunkt gesenkt, ihn dann aber schon wieder bis auf ein Prozent angehoben. Weitere Zinsanhebungen blieben danach wegen einer sich abkühlenden Wirtschaftsentwicklung aus. Kanadas Wirtschaft soll in diesem Jahr nach Prognosen rund 1,5 Prozent wachsen. Als problematisch gelten mögliche Überhitzungen am Immobilienmarkt und die hohe Verschuldung der Verbraucher.

          Amerikas Arbeitsmarkt im Fokus

          Entscheidend für die weitere Entwicklung Kanadas ist nicht zuletzt, wie schnell die Konjunktur in den Vereinigten Staaten sich wieder fängt. An diesem Freitag richten sich dabei alle Blicke auf den Arbeitsmarktbericht für April. Am Donnerstag hatte der Fall der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung auf ein Fünf-Jahrestief Hoffnungen geweckt und die Börsen an der Wall Street beflügelt.

          Der S&P-500-Index schloss mal wieder auf Rekordniveau 0,94 Prozent im Plus mit 1597,6 Punkten. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,89 Prozent auf 14831,6 Punkte. Stärker legten die Technologiewerte an der Nasdaq zu. Der Nasdaq-Index legte 1,26 Prozent auf 3340,6 Punkte zu.

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