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Skateboard 3.0 : Kultbretter mit Tücken

„Hoverboard“: Es schwebt nicht, aber es sieht cool aus. Bild: AP

Michael J. Fox faszinierte in „Zurück in die Zukunft“ mit seinem „Hoverboard“. Jetzt wird eine etwas weniger futuristische Variante des schwebenden Skateboards zum Verkaufsschlager im Weihnachtsgeschäft. Aber das Gerät ist umstritten.

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          Das Weihnachtsgeschäft ist in vollem Gange, und zu den Verkaufsschlagern in den Vereinigten Staaten gehören in diesem Jahr sogenannte „Hoverboards“. Fans der Filmreihe „Zurück in die Zukunft“ werden sich womöglich an diesen Begriff erinnern. Dort war das eine Art schwebendes Skateboard, mit dem sich die von Michael J. Fox gespielte Hauptfigur Marty McFly zeitweise fortbewegte.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Die heutigen Hoverboards sind nicht ganz so futuristisch wie das filmische Vorbild. Und anders als es das Wort „hover“ für „schweben“ nahelegen würde, bewegen sie sich am Boden. Es handelt sich um batteriebetriebene Bretter auf zwei Rädern, die über die Verlagerung des eigenen Gewichts gesteuert werden. Sie sind eine Mischung aus Skateboard und dem Elektroroller Segway, nur ohne dessen Lenkstange.

          Unfallträchtig und feuergefährlich

          Prominente wie Justin Bieber, Lily Allen und Chris Brown sind mit den Geräten gesehen worden. Die oft in China produzierten Hoverboards gibt es in verschiedenen Varianten. Billigere Versionen sind für ein paar hundert Dollar zu haben, aber man kann auch weit mehr als 1000 Dollar für ein Hoverboard ausgeben. Der Online-Händler Ebay hat am „Cyber Monday“ im November, einem besonders beliebten Tag für Interneteinkäufe, nach eigenen Angaben alle zwölf Sekunden ein Hoverboard verkauft.

          Die Rollbretter sind aber umstritten. Es ist nicht so leicht, auf den Geräten die Balance zu halten, und schon mehrere Dutzend Hoverboard-Fahrer sind nach Missgeschicken mit diversen Verletzungen im Krankenhaus gelandet. Vor allem aber geht von manchen Hoverboards offenbar ein Brandrisiko aus. Auf Youtube gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Videos mit Hoverboards, die Feuer gefangen haben. In der vergangenen Woche ging in einem Einkaufszentrum im Bundesstaat Washington ein Hoverboard in Flammen auf, und Mitarbeiter eilten mit einem Feuerlöscher herbei, um dem Brand ein Ende zu bereiten.

          Im November hat ein explodierendes Hoverboard ein Wohnhaus im Bundesstaat Louisiana schwer beschädigt. Bei der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde Consumer Product Safety Commission sind mittlerweile fast ein Dutzend Brände im Zusammenhang mit Hoverboards gemeldet worden. Die Gefahr geht offenbar von den Lithium-Ionen-Batterien in den Rollbrettern aus. Diese Batterien haben in der Vergangenheit auch schon in anderen elektronischen Geräten wie Laptops Feuer verursacht.

          Don't drink and hover

          Die Hoverboards sind daher an immer mehr Orten unerwünscht, was das Geschäft erheblich beeinträchtigen könnte. In der vergangenen Woche kündigten die drei größten amerikanischen Fluggesellschaften American Airlines, United Continental und Delta Air Lines an, dass Passagiere solche Bretter nicht mehr ins Flugzeug bringen dürfen, ob nun in aufgegebenen Koffern oder als Handgepäck. Der Online-Händler Amazon.com stoppte jetzt den Verkauf einiger Hoverboard-Modelle auf seiner Seite, zuvor hatte schon der Wettbewerber Overstock.com die Geräte aus dem Sortiment genommen. Selbst die Veranstalter der technikfreundlichen Elektronikmesse CES in Las Vegas, die im Januar stattfinden soll, sprachen ein Hoverboard-Verbot aus.

          Auch die New Yorker Polizei hat schon verlauten lassen, dass die Fortbewegung auf Hoverboards in der Stadt illegal sei, und bei Zuwiderhandlung droht eine Geldstrafe von 500 Dollar. Aber es gibt auch Regionen, die den Geräten offener gegenüberstehen. In Kalifornien wurde unlängst ein Gesetz verabschiedet, das die Nutzung von Hoverboards von Januar an erlauben wird. Ein paar Auflagen wird es dabei aber ähnlich wie bei anderen Transportmitteln geben: Die Fahrer müssen zum Beispiel einen Helm tragen und dürfen nicht unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stehen.

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