https://www.faz.net/-gqe-78ny2

Hello from New York: Norbert Kuls : Warnsignale an der Wall Street

  • Aktualisiert am

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Viele amerikanische Unternehmen haben vor schwachen Ergebnissen im laufenden Quartal gewarnt. Diese Unternehmen werden an der Börse gnadenlos abgestraft.

          2 Min.

          Über den amerikanischen Börsen ziehen dunkle Wolken auf. Obwohl die wichtigsten Marktbarometer weiter in der Nähe ihrer jüngsten Rekordstände notieren, haben zuletzt überdurchschnittlich viele Unternehmen vor schwachen Ergebnissen im laufenden Quartal gewarnt. Nach Angaben des Informationsdienstes S&P Capital IQ beichteten schon 28 der im breitgefassten Aktienindex S&P 500 abgebildeten Konzerne ihren Aktionären, dass sie die hochgesteckten Erwartungen der Analysten an der Wall Street nicht erfüllen werden. Dagegen rechnen nur vier Aktiengesellschaften mit besseren Ergebnissen. So schlecht war das Verhältnis von Gewinnwarnungen und positiven Prognosen noch nie, seit S&P diese Daten vor zwölf Jahren das erste Mal ausgewertet hat. Als wichtigste Gründe für die negativen Aussichten gelten die schwächelnde Konjunktur in Europa und das moderater gewordene Wachstum in China, wo die multinationalen Konzerne viel Geschäft machen. Da die Entwicklung der Aktienkurse langfristig vom Gewinnwachstum der Unternehmen abhängt, könnte das für zunehmenden Druck auf die Kurse sorgen.

          Unternehmen, die die Erwartungen enttäuschen, werden an der Börse derzeit gnadenlos bestraft. So ermäßigte sich der Aktienkurs des Komsumgüterkonzerns Procter & Gamble am Mittwoch um fast 6 Prozent, weil der geschäftliche Ausblick hinter den Prognosen der Analysten zurückblieb. Der Hersteller von Pampers-Windeln und Gillette-Rasierklingen machte dafür steigende Vermarktungskosten für neue Produkte verantwortlich. Der Aktienkurs der Telefongesellschaft AT&T fiel um 5 Prozent, weil weniger Mobiltelefonverträge abgeschlossen wurden. Procter & Gamble und AT&T sind zwei der insgesamt 30 großen Aktiengesellschaften im Dow Jones.

          Nach Umsatzrückgang muss Leiter der Computer-Hardware bei IBM gehen

          Die Vorstandsvorsitzende eines weiteren Dow-Mitglieds, des Technologiekonzerns IBM, reagierte mit personellen Veränderungen auf die schwachen Resultate des vergangenen Quartals. Wie am Mittwoch nach Börsenschluss durch einen Bericht des „Wall Street Journal“ bekannt wurde, tauscht Virginia Rometty den Leiter der Bereichs Computer-Hardware, Rodney Atkins, nach einem scharfen Umsatzrückgang in der Sparte aus. Dazu drängte sie die Vertriebsmitarbeiter in einer internen Videobotschaft, schneller auf die Wünsche der Kunden zu reagieren. Der Aktienkurs von IBM war Ende der vergangenen Woche wegen schlechter Quartalszahlen abgestürzt.

          Positiv stach am Mittwoch der Aktienkurs des Flugzeugherstellers Boeing heraus, der nach überraschend gut ausgefallenen Quartalsergebnissen um 3 Prozent stieg und so die Verluste des Dow Jones begrenzte. Der Dow schloss mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent auf 14.676 Punkten. Der S&P 500 ging unverändert mit 1579 Zählern aus dem Handel. Am Donnerstag werden zwei Dow-Titel, der Energiekonzern Exxon Mobil und der Mischkonzern 3M, ihre Quartalszahlen vorlegen.

          Weitere Themen

          Libanons Währung im freien Fall

          Verschuldung : Libanons Währung im freien Fall

          Der Libanon gehört zu den am stärksten verschuldeten Staaten auf der Welt. Immer häufiger klagen die Libanesen über leere Supermarktregale und geschlossene Läden. Die libanesische Währung fiel am Freitag auf einen neuen Tiefstand.

          Topmeldungen

          Elektroauto : Europa kann auch Batterien

          Europa schien im Rennen um Stromspeicher für E-Autos abgehängt. Doch das ändert sich gerade – und ein schwedisches Start-up ist der größte Hoffnungsträger.
          Er soll das ländliche Frankreich verkörpern: Jean Castex

          Macrons neuer Premierminister : Wer ist Jean Castex?

          Für Staatspräsident Macron läuft mit dem Rücktritt von Premierminister Édouard Philippe alles nach Plan. Der Weg für einen Politikwechsel ist frei. Einen Nachfolger hat er auch schon ernannt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.