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Abstimmung : Ofen aus in Helgoland?

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Helgoland: Qualmfrei, aber ungemütlich? Bild: dpa

Vorrang für Gemütlichkeit oder doch „Ofen aus“ auf Helgoland? Am Sonntag entscheiden die Bewohner der Nordseeinsel über die Nutzung von Kaminen und Öfen. Deren Verwendung hatte die Gemeindevertretung verboten.

          Die Helgoländer stimmen am Sonntag per Bürgerentscheid darüber ab, ob sie in ihren Wohnungen und Häusern weiterhin Kaminöfen verwenden dürfen. Mit Flugblättern und Postwurf-Sendungen werben Befürworter und Gegner um die Stimmen der gut 1300 Wahlberechtigten auf der kleinen Nordseeinsel. „Nur das Nein sorgt für eine saubere Helgoländer Luft“, schreibt die Initiative „Riin Loch Moats“ (zu deutsch: Reine-Luft-Freunde).

          Für ein „JA zum Betrieb von Kaminöfen und für ein ehrliches, offenes und faires Miteinander auf Helgoland“ werben die „Ofen-Freunde“. Der Ausgang des Bürgerentscheids gilt als völlig offen. Bis Mitte der Woche hatten bereits rund 230 Helgoländer per Briefwahl von ihrem Stimmrecht Gebrauch gemacht. Weil die an ein Fernwärmenetz angeschlossene Insel bis 2020 CO2-neutral sein soll, hat die Gemeindevertretung die Nutzung von Kaminen mit einer neuen Fernwärmesatzung 2014 verboten - den Betreibern allerdings eine Übergangszeit bis Juli 2016 eingeräumt.

          Dagegen setzen sich die Ofennutzer zur Wehr. Sie werten das Verbot als unrechtmäßigen Eingriff in ihre Lebens- und Wohnqualität. Auf der Insel gibt es gut 80 Öfen. Das Thema entzweit die Helgoländer. Ungewiss ist, ob der Bürgerentscheid den Streit beenden wird. Es sei fraglich, ob sich die Ofen-Befürworter mit einer Niederlage zufrieden geben werden, sagt Katja Martens, die Sprecherin der Initiative für reine Luft. Sie sieht die Insel-Ziele wie die CO2-Neutralität und den Gesundheits-Tourismus durch die Ofennutzung in Gefahr.

          Die Ofen würden nur „zur Gemütlichkeit“ genutzt, sagt dagegen die Sprecherin der „Ofen-Freunde“, Ingeborg Bussmann. Die Kaminbetreiber wollen notfalls durch die Instanzen gehen. Auch der für die Insel zuständige Schornsteinfegermeister Björn Dannenmann geht von einer verschwindend geringen Feinstaubbelastung aus.

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