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Millionenschwere Unterstützung : Hedgefondsmanager versammeln sich hinter Marco Rubio

Viele Hedgefonds-Manager setzen darauf, dass Marco Rubio, der 44 Jahre als republikanische Senator aus Florida, der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird. Bild: AP

Der republikanische Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur kann auf Millionen für seine Kampagne hoffen.

          3 Min.

          Hedgefonds-Manager sind Leute, die sich - unterstützt von angestellten Mathematik-Absolventen der Elite-Hochschulen und deren Prognosemodellen - den Kopf darüber zermartern, welche Richtung und welches Tempo Trends nehmen - und wie sich daraus Kapital schlagen lässt. Jetzt setzen mehrere prominente Vertreter dieser Zunft darauf, dass Marco Rubio, der 44 Jahre als republikanische Senator aus Florida, der nächste Präsident der Vereinigten Staaten wird.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Am Mittwoch hat Ken Griffin, der Gründer des Hedgefonds Citadel öffentlich erklärt, dass er Rubio helfen wolle und sehr aufgeregt sei. „Er wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten“, sagte Griffin dem Wirtschaftssender  CNBC. Griffin, der mit einem geschätzten Vermögen von sieben Milliarden Dollar als der reichste Mann im Bundesstaat Illinois gilt, ist in den letzten Jahren häufiger als Spender und Spendensammler für die republikanische Partei aufgetreten. Er hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, hatte er schließlich noch Jeb Bush auf dem Zettel. Was die Zusage in Geld wert ist, ist nicht ganz klar. Er werde einer Unterstützerorganisation (Super PAC) für Rubio „einige Millionen“ zukommen lassen und einige Spendengalas organisieren. Im Präsidentschaftswahlkampf 20012 hatte Griffin nach Angaben der Organisation Open Secret 2,8 Millionen Dollar für republikanische Kandidaten ausgegeben, den Gouverneurs-Wahlkampf in Illinois hatte Griffin mit mehr als 5 Millionen Dollar gestützt: Sein Mann Bruce Rauner wurde Gouverneur.       

          Ein anderer einflussreicher Hedgefondsmanager hatte Rubio seine Unterstützung schon vor sechs Wochen zugesagt: Der Elliott-Gründer und Chef Paul Singer. Er ist einer der größten Geldgeber der republikanischen Partei über die Jahre und hat in einem Brief Kollegen, die der konservativen Sache zugetan sind, aufgefordert, sich mit ihm zusammen hinter Rubio zu versammeln. Die Organisation Open Secret, die dem Geld in Wahlkämpfen nachspürt, glaubt, dass Singers Wort großes Gewicht hat. In vergangenen Wahlkämpfen hat nach Open Secret-Ermittlungen eine Reihe von Spendern das Geld nach ähnlichem Mustern verteilt wie Singer. Genannt wird unter anderem der Name Clifford Asness, Gründer des Hedgefonds AQR.

          Rubio muss darauf achten seine Geldgeber bei Laune zu halten

          Der schillernde 49 Jahre alte Ökonom mit libertären Anwandlungen hat seine Doktorarbeit bei dem berühmten Nobelpreisträger Eugene Fama an der Universität von Chicago geschrieben und danach einen Hedgefonds gegründet, der inzwischen 130 Milliarden Dollar verwaltet. Seine Unterstützung für Rubio birgt eine gewisse aktuelle Brisanz: Asness ist großer Förderer des Internationalen Rettungskomitees IRC, das aktuell fordert, die Vereinigten Staaten sollten wenigstens 100.000 Flüchtlinge aus Syrien ins Land lassen. Rubio hat die dagegen die Haltung vertreten, dass man keine Leute ins Land lassen solle, die man nicht überprüfen könne. Das würde die Einreise der meiste Flüchtlinge verhindern. Rubio muss ohnehin darauf achten, seine Geldgeber bei Laune zu halten. Asness hat kürzlich öffentlich gestichelt: „Ich liebe Marco Rubio. Aber ich möchte nie mehr die Geschichte vom elenden kubanischen Barkeeper hören.“ Dabei handelt es sich um Rubios verstorbenen Vater. Rubio verwendet die Geschichte sehr häufig im Wahlkampf, um  seinen Werdegang als die Verwirklichung des amerikanischen Traums darzustellen.

          Diese Rhetorik findet aber das Gefallen anderer Millionäre: So stützen auch der Unternehmer Frank Vandersloot, der reichste Mann aus Idaho, und Darrel Issa, Mulitmillionär und kalifornischer Abgeordneter im Repräsentantenhaus, den aufstrebend Senator aus Florida. Zu den großen offenen Fragen im Lager der Republikaner gehört noch, wem die bekanntesten Spender der konservative Sache ihre Millionen zuwenden: Der Kasino-Magnat Sheldon Adelson und die Koch-Brüder. Rubio werden guten Chancen eingeräumt. Adelson dürfte Rubios klare und konsistente Unterstützung Israels gefallen.   

          Die mögliche Widersacherin Hillary Clinton muss sich gleichwohl nicht zu sehr grämen Es gibt eine Menge Milliardäre und Multimillionäre, die Demokraten zu stützen pflegen. Dazu gehören Unternehmensgründer Michael Bloomberg, die Hedgefonds-Gründer Tom Steyer und George Soros und der Hollywood-Unternehmer Jeffrey Katzenberg. Mindestens eine Geberfraktion, soviel steht jetzt schon fest, hat sich verkalkuliert. Vielleicht sogar beide, wenn ein dritter Kandidat das Rennen am Ende macht.  2008 gelang es Barack Obama mit der Hilfe vieler Kleinspenden einen erfolgreichen Wahlkampf zu machen, der ihn ins Weiße Haus brachte. Viele Multimillionäre mussten mit ansehen, wie ihre Spenden evaporierten.    

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