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Hedgefonds SAC Capital : 370 Millionen Gewinn an nur zwei Tagen

  • -Aktualisiert am

Der Hedgefondsmanager Steve Cohan Bild: dpa

Der Hedgefonds SAC Capital zahlte eine Milliardenstrafe wegen Insiderhandels. Gründer Steven Cohen macht unter anderem Namen ungerührt weiter - mit Erfolg.

          2 Min.

          Der New Yorker Bundesstaatsanwalt Preet Bharara verfolgte bei seiner jahrelangen Kampagne gegen illegalen Insiderhandel ein großes Ziel: Er wollte den berühmten Hedgefondsmanager Steven Cohen dingfest machen. Aber obwohl acht ehemalige Mitarbeiter von Cohens Hedgefonds SAC Capital wegen Insidergeschäften verurteilt wurden oder sich schuldig bekannten, wollte niemand als Kronzeuge gegen Cohen auftreten. So gab sich Bharara mit dem nächstbesten Ergebnis zufrieden. Dem Fonds wurde im vergangenen November eine Rekordstrafe von 1,2 Milliarden Dollar aufgebrummt – nachdem schon die Börsenaufsicht SEC rund 600 Millionen Dollar verlangt hatte. Dazu darf Cohen kein Geld von externen Investoren mehr verwalten. Er änderte den Namen seiner Gesellschaft von SAC Capital in Point72 Asset Management um und verwaltet nun nur noch sein eigenes – auf rund 10 Milliarden Dollar geschätztes - Vermögen.

          Norbert Kuls
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Sollte Staatsanwalt Bharara auch nur die leiseste Hoffnung gehegt haben, Cohen mit dieser Strafe das Handwerk zu legen, dürfte er jetzt schwer enttäuscht sein. Cohens neue Firma ist nämlich fast so erfolgreich wie sein alter Hedgefonds. Allein im ersten Halbjahr machte er nach Angaben der „New York Times“ fast 1 Milliarde Dollar Gewinn. Im Januar verdiente Cohen an nur zwei Tagen 370 Millionen Dollar wegen seiner Beteiligung am Biotechnologieunternehmen Intercept, das ein Lebermedikament erfolgreich getestet hatte. Geschäfte mit Pharmawerten, deren Aktienkurse sensibel auf die Ergebnisse klinischer Test reagieren, hatten auch im Zentrum der behördlichen Ermittlungen gestanden. Mitarbeiter von SAC Capital hatten vertrauliche Informationen über Testergebnisse ausgenutzt.

          Point72 Asset Management beschäftigt noch 850 Mitarbeiter, nur 150 weniger als im vergangenen Sommer, als Bharara seine Klage einreichte und SAC als „Magnet für Marktbetrüger“ bezeichnete. Auch die meisten Banken an der Wall Street, die Cohen Geld liehen und seine zahlreichen Wertpapiertransaktionen ausführten, machen weiter lukrative Geschäfte mit der neuen Firma. Nur ein Institut hatte Anfang des Jahres alle Geschäftsbeziehungen mit SAC Capital beendet: die Deutsche Bank. Intern wurde das mit dem „Risiko eines Rufschadens“ begründet – angesichts zahlreicher behördlicher Ermittlungen gegen die Bank wegen eines Sammelsuriums fragwürdiger Geschäfte eine wohl weise Entscheidung. Davor hatte die Deutsche Bank einen persönlichen Kredit für Cohen, der mit Kunst besichert war, nicht erneuert. Cohen ist als bedeutender Sammler moderner Kunst bekannt und hatte sich angesichts der anstehenden Geldbuße im November von einigen Bildern getrennt. Aber Galeristen brauchen sich nach dem ersten Halbjahr wohl keine Sorgen zu machen, dass Cohen als finanzkräftiger Käufer ausfällt. Im Juni wurde der 58 Jahre alte Milliardär jedenfalls auf der Kunstmesse Art Basel gesichtet.

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