https://www.faz.net/-gqe-79nkf

Großbritannien : Royal Bank of Scotland soll aufgespalten werden

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Die Tage der Royal Bank of Scotland als Großbank könnten gezählt sein. Der zuständige Bankenausschuss hat mehrere Aufspaltungsvorschläge.

          1 Min.

          Der zuständige britische Bankenausschuss diskutiert mehrere Vorschläge für die Zukunft der teilverstaatlichten Royal Bank of Scotland (RBS). Das berichtet die Zeitung „Daily Telegraph“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen.

          Zu den Vorschlägen zählt beispielsweise die Aufspaltung der RBS in mehrere regionale Kredithäuser.Eine weitere Option sieht der Ausschuss in einer Aufteilung der Royal Bank of Scotland in eine „Good Bank“ und eine „Bad Bank“. Dem Bericht zufolge ist der Ausschuss der Auffassung, dass die Royal Bank of Scotland, die sich zu 81 Prozent in Staatsbesitz befindet, nicht wie bisher weitergeführt werden kann. Von daher drängt das Gremium den Staat zu durchgreifenden Maßnahmen.

          Die Vorschläge zur Aufspaltung der Royal Bank of Scotland dürften durchaus auf Widerstand stoßen. Laut der Bank nahe stehenden Personen hat RBS-Chef Stephen Hester die Zusage des Finanzministeriums, dass eine Aufspaltung der RBS in eine „Good“ und eine „Bad Bank“ eher unwahrscheinlich ist, weil ein solcher Schritt nicht nur den Privatisierungsprozess verzögern, sondern auch bis zu 10 Milliarden Pfund kosten dürfte, wie der Daily Telegraph weiter schreibt.

          Hester sehe es nach wie vor als seine Hauptaufgabe an, die Bank Schritt für Schritt aus dem Griff des Staates zu befreien. Seiner Auffassung nach funktioniert die bisherige Strategie, schlecht laufende Geschäfte zurückzufahren, so gut, dass eine Aufspaltung der Bank nur ein unliebsames Störfeuer wäre.

          RBS ist dagegen

          Die RBS selber sieht sich auf einem guten Weg, ihre Restrukturierung im kommenden Jahr abzuschließen. Neben dem Abbau toxischer Assets und der Entrümpelung der Bilanz muss die RBS 316 Filialen verkaufen. Im Gegenzug für die staatliche Rettung im Jahr 2008 muss sich die Bank auf Geheiß der EU bis Jahresende neben einigen Filialen von Teilen ihrer Geschäftskundenaktivitäten trennen.

          In den ersten drei Monaten dieses Jahr konnte sich die Bank nicht zuletzt dank eines Bewertungseffekts in die Gewinnzone zurückkämpfen. Nach einem Verlust von 1,55 Milliarden Pfund im Vorjahr schaffte die Bank im ersten Quartal einen Gewinn von 393 Millionen Pfund. Geholfen hat ihr dabei ein Buchgewinn auf die Neubewertung eigener Schulden in Höhe von knapp 250 Millionen Pfund. (Dow Jones Newswires)

          Weitere Themen

          Österreichs nie genutztes Kernkraftwerk Video-Seite öffnen

          Zwentendorf : Österreichs nie genutztes Kernkraftwerk

          In Betrieb gegangen ist das einzige Atomkraftwerk Österreichs nie, da sich die Menschen in einer Volksabstimmung in den siebziger Jahren gegen die Kernkraft entschieden. Aus Wien kommt nun heftiger Widerstand gegen die Brüsseler Taxonomie-Verordnung.

          Topmeldungen

          Strenge Kontrollen: Teststation in Zhengzhou am 15. Januar

          Omikron in China : Post aus dem Ausland? Ab zum PCR-Test!

          Die chinesische Seuchenschutzbehörde ist in Erklärungsnot. Trotz strenger Maßnahmen gibt es immer wieder Corona-Ausbrüche. Die Schuld daran gibt sie dem üblichen Verdächtigen: dem Ausland.
          Pierin Vincenz im Februar 2015

          Schweizer Wirtschaftskrimi : Auf Spesen ins Striplokal

          Dem ehemaligen Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz drohen bis zu sechs Jahre Haft. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Banker gewerbsmäßigen Betrug und Veruntreuung vor. In der Anklage geht es nicht nur um Ausflüge in Rotlichtbars.
          EZB-Präsidentin Lagarde

          EZB-Präsidentin : Lagarde: Wir haben die Inflation unterschätzt

          Die EZB-Präsidentin hebt beim Weltwirtschaftsforum hervor: Die Notenbank müsse jetzt zumindest offen bleiben für Änderungen des Inflationsausblicks. Von anderer Seite gibt es heftige Kritik.
          Friedrich Merz im Deutschen Bundestag

          Wahl des neuen Vorsitzenden : Wohin führt Merz die CDU?

          Im dritten Anlauf erreicht Friedrich Merz endlich sein Ziel: Am Samstag wird er Bundesvorsitzender der CDU. Bis zu den anstehenden Landtagswahlen muss er eine Richtung vorgeben. Aber welche?