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Greetings from New York: Roland Lindner : Stolz in New York – Peinlichkeit für Bloomberg

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Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Das „One World Trade Center“ erreicht seine endgültige Höhe. Um den Bürgermeister kocht derweil eine pikante Spitzelaffäre hoch, die mit seinem Medienimperium zu tun hat.

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          New York hat am Freitag einen stolzen Moment erlebt. Der auf dem Areal der am 11. September 2001 zerstörten Zwillingstürme des World Trade Center gebaute Nachfolge-Wolkenkratzer bekam seine Spitze aufgesetzt und hat damit seine endgültige Höhe erreicht. Der Turm mit dem Namen „One World Trade Center“ streckt sich nun 541 Meter in den Himmel oder 1776 Fuß – eine symbolische Zahl, die für das Jahr der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten steht.

          Das One World Trade Center ist nun der höchste Wolkenkratzer der westlichen Hemisphäre und der dritthöchste in der Welt (Spitzenreiter ist der Burj Khalifa in Dubai mit 828 Metern). Im kommenden Jahr soll das Gebäude eröffnet werden. Zu den wichtigsten Mietern wird der Zeitschriftenverlag Condé Nast gehören. Für Besucher soll es eine Aussichtsplattform in den Stockwerken 100 bis 102 geben.

          Bloomberg bespitzelt Goldman Sachs

          Um den New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg kocht derweil eine pikante Spitzelaffäre hoch. Es geht um sein Medienimperium Bloomberg LP, das ihm noch immer mehrheitlich gehört, auch wenn er nach eigenem Bekunden nicht mehr in das Tagesgeschäft involviert ist. Das Unternehmen macht einen großen Teil seines Geschäfts mit professionellen Finanzinformationen, die Bloomberg-Bildschirme oder „Terminals“ sind Standardwerkzeuge für viele Banker.

          Daneben hat Bloomberg aber auch ein Standbein im Journalismus, zum Beispiel mit einer vor allem auf Finanznachrichten spezialisierten Nachrichtenagentur und der Zeitschrift „Bloomberg Businessweek“.

          Am Freitag berichtete zuerst die „New York Post“, dass Bloomberg-Journalisten die Aktivitäten von Terminal-Nutzern bei Goldman Sachs verfolgt haben. So habe eine Journalistin einen Goldman-Manager gefragt, ob er die Bank verlassen habe, da er sich schon seit einiger Zeit nicht mehr in den Terminal eingeloggt habe. Später meldeten auch andere Zeitungen, dass die Journalisten Zugang zu bestimmten Informationen über die Terminalnutzung hatten – und die Praxis womöglich weit über Goldman Sachs hinausging.

          So hege die JP Morgan Chase den Verdacht, dass Bloomberg-Mitarbeiter bei der Berichterstattung über die milliardenschweren Handelsverluste im vergangenen Jahr auch auf Daten von Terminalnutzern zurückgegriffen hätten. Selbst die amerikanische Notenbank Fed teilte mit, sie prüfe, ob ihre Mitarbeiter von Bloomberg-Journalisten bespitzelt wurden.

          Die „New York Times“ beschrieb, wie die Praxis funktionierte: So konnten Bloomberg-Mitarbeiter durch Eingeben des Buchstaben „Z“ und eines Unternehmensnamens eine Liste mit allen Terminal-Abonnenten dieses Unternehmens sehen. Wenn sie dann auf einen Namen klickten, bekamen sie Details zu dem einzelnen Abonnenten, etwa seine Kontaktinformation, wann er sich zum letzten Mal eingeloggt hat und wie oft er bestimmte Funktionen nutzte.

          Details zu Handelsgeschäften des Abonnenten bekamen sie nicht zu sehen. Bloomberg hat offenbar auf die Vorwürfe reagiert und die Praxis eingestellt: Ein Sprecher wurde mit den Worten zitiert, das Unternehmen habe mittlerweile seinen Journalisten den Zugang auf die Terminals gesperrt.

          1 Jahr Facebook-Aktie

          Die Wall Street schloss die Woche mit Kursgewinnen ab. Der Dow-Jones-Index legte am Freitag um 36 Punkte oder 0,2 Prozent auf einen abermaligen Rekordstand von 15118 Punkten zu. Insgesamt hat der Dow in der vergangenen Woche rund ein Prozent an Wert gewonnen. Der S&P 500 schaffte in der ganzen Woche ein Plus um 1,2 Prozent auf 1634 Punkte, die Nasdaq kletterte um 1,7 Prozent auf 3437 Punkte.

          In der kommenden Woche werden eine Reihe von Einzelhändlern wie Macy’s und Wal-Mart Quartalszahlen vorlegen und damit Einblicke in die Stimmung der amerikanischen Verbraucher geben. Und am Samstag gibt es ein - wenn auch nicht gerade rühmliches – Jubiläum. Der Börsengang des sozialen Netzwerks Facebook jährt sich zum ersten Mal. Die Wall-Street-Premiere des Internetunternehmens ging damals gründlich daneben, der Aktienkurs notiert heute bei 26,68 Dollar noch immer weit unter dem damaligen Ausgabepreis von 38 Dollar.

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