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Greetings aus Washington : Die Fed bekommt kalte Füße

Das Kapitol in Washington Bild: AP/dpa

Die Überraschung ist perfekt: Die Federal Reserve bekommt kalte Füße und verzichtet vorerst auf die Verringerung von Anleihekäufen. Die überraschten Investoren an der Wall Street reagieren erfreut und treiben die Aktienindizes auf Rekordhochs.

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          Die amerikanische Notenbank Federal Reserve hat kalte Füße bekommen. Monatelang hatte sie Investoren und die Finanzmärkte darauf eingestellt, dass sie ihre Anleihekäufe verringern wollte. Nun, als die Märkte sich darauf eingestellt hatten und Aktion erwarteten, machte die Fed einen Rückzieher. Am Mittwoch beschloss sie, das Volumen der Anleihekäufe vorerst bei 85 Milliarden Dollar zu belassen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Genau genommen waren die überraschten Gesichter an den Finanzmärkten Zeichen einer selbst erzeugten Illusion. Die Fed hatte sich nie auf einen Termin festgelegt und immer betont, dass das sogenannte „tapering“ von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängig sei. Diese aber ist der Notenbank nun nicht stabil genug, um schon mit der Rücknahme der Käufe zu beginnen.

          Wachstumsrisiken im Fiskalstreit

          Der Fed-Vorsitzende Ben Bernanke betonte auch die Risiken, die sich im Fiskalstreit in Washington derzeit aufbauen: Demokraten und Republikaner streiten darüber, unter welchen Bedingungen die gesetzliche Schuldengrenze von 16,7 Billionen Dollar angehoben werden soll. Teile der Republikaner wollen diese Gelegenheit nutzen, um Minderausgaben und womöglich eine Verschiebung der Gesundheitsreform „Obamacare“ zu erlangen. Damit droht eine Zuspitzung wie im Sommer 2011, als die Vereinigten Staaten nur knapp der Zahlungsunfähigkeit entgingen.

          An der Wall Street wurde die Fed-Entscheidung positiv aufgenommen. Die Aktienindizes schlossen rund ein Prozent im Plus. Der Dow-Jones-Index legte mit 15.677 Punkten und der S&P-500-Index mit 1726 Punkten jeweils Rekordhochs hin.

          Alles läuft auf Yellen zu

          Derweil bekräftigt sich die Erwartung, dass die Fed-Vizevorsitzende Janet Yellen zur Nachfolgerin  von Bernanke aufsteigt. Mehrere amerikanische Medien berichteten am Mittwochabend unter Berufung auf das Weiße Haus, dass Yellen die Spitzenkandidatin für den Posten sei. Eine Ankündigung durch Präsident Barack Obama könnte schon in der kommenden Woche erfolgen. Bernanke hat nie offiziell mitgeteilt, dass er an einer Verlängerung seines Vertrags kein Interesse habe. Aber seit Jahresbeginn hat er auch Berichten und Bemerkungen Obamas nicht widersprochen, dass er im Januar nach zwei Amtszeiten aufhören wolle.

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