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Greetings aus Singapur : Eine neue Freihandelszone für China

Vogelflug in Singapur Bild: AP

Am 1. Oktober eröffnet China die Freihandelszone in seiner Wirtschaftsmetropole Schanghai. Gerade Auslandsinvestoren im Dienstleistungssektor soll größerer Freiraum gewährt werden.

          2 Min.

          Die Freihandelszone in Chinas Wirtschaftsmetropole Schanghai werde vom 1. Oktober an in Kraft treten. Dies erklärte das Handelsministerium in Peking am Dienstagmorgen. Noch liegen die Details im Dunkeln. Doch planen die Chinesen, Auslandsinvestoren gerade im Dienstleistungssektor größeren Freiraum einzuräumen. Dies dürfte den seit Jahren geplanten Finanzstandort Schanghai stärken. Der Regierung gibt der Versuch wichtige Einblicke in die Folgen einer schrittweisen Lockerung.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der Zeitpunkt ist gut gewählt. Denn die Auslandsinvestoren bleiben zurückhaltend. Zwar wuchs in den ersten acht Monaten das Volumen der Investitionen aus dem Ausland um knapp 6,4 Prozent im Jahresvergleich auf nun 79,8 Milliarden Dollar. Doch bleibt diese Wachstumsrate hinter dem gesamtwirtschaftlichen Wachstum zurück. Im August lag sie im Jahresvergleich nur noch bei 0,62 Prozent auf 8,38 Milliarden Dollar. Im Juli waren China noch 9,41 Milliarden Dollar – eine Steigerung im Jahresvergleich um gut 24 Prozent – zugeflossen.

          Das Handelsministerium aber verbreitet, wie die gesamte Regierung, allerdings Zweckoptimismus: So betonte der Sprecher des Ministeriums, auch im Gesamtjahr werde das Investitionsvolumen aus dem Ausland über dem Wert von 2012 liegen – alles andere wäre freilich auch ein Schock. Und er erklärte, das Handelsvolumen stabilisiere sich und werde im Rest des Jahres sogar schneller wachsen, da sich die Industrieländer erholten.

          Danone auf der Anklagebank

          Allerdings schauen die Chinesen bei den Investoren aus dem Ausland auch immer genauer hin. Jetzt kommt der Joghurt-und-Wasser-Konzern Danone auf die Anklagebank. Seine Manager sollen in China Krankenhausärzte bestochen haben, damit sie Neugeborene mit dem Milchpulver der Franzosen versorgen lassen, berichtet das Staatsfernsehen. Es sollen jährlich umgerechnet gut 36000 Euro geflossen sein. Nichts ist bewiesen, Danone aber „extrem schockiert“. Dabei kommen mehr und mehr Fälle ans Licht, in denen Ausländer sich schlicht den üblichen chinesischen Geschäftspraktiken anpassten und nun – da sie gegen Recht verstießen – in Schwierigkeiten geraten: So stehen auch die Pharmaunternehmen Glaxo Smith Kline und Bayer unter Beobachtung. Seit Monaten räumen die Chinesen in der Babymilchbranche auf, nachdem es dort zu tödlichen Skandalen gekommen war. Und als nächstes, so heißt es, würden die Behörden sich Automobilhersteller und Banken vorknöpfen. Das könnte auch in Deutschland noch zu unschönen Nachrichten führen.

          Schon jetzt hat der japanische Medikamentenhersteller Daiichi Sankyo zu spüren bekommen, wie riskant Auslandsinvestitionen sein können. Der Kurs seiner Aktie fiel am Dienstag in Tokio um fast 7 Prozent. Vorausgegangen war die strenge Warnung, die die amerikanische Medikamentenaufsichtsbehörde FDA gegen das indische Daiichi-Tochterunternehmen Ranbaxy erließ (siehe die Ausgabe der heutigen F.A.Z.).

          Ansonsten verlief der Handel in Asien am Dienstag nach der Montagsrallye ruhig. Die philippinische und die australische Notenbank wiesen wohl stellvertretend für die anderen Währungshüter daraufhin, dass sie noch genügen Feuerkraft besäßen, sollte sich die Lage verschlechtern. Aktionäre in Asien wollen aber vor neuen Käufen zunächst abwarten, was die Sitzung des Offen-Markt-Ausschusses in Amerika heute bringt. Der Shanghai Composite Index verlor 0,5 Prozent. Der Hongkonger Hang Seng büßte 0,1 Prozent ein. Der Index in Malaysia gewann 0,3 Prozent, derjenige in Taiwan büßte 0,3 Prozent ein. Der Nikkei, der am Montag geschlossen blieb, eröffnete den Handel am Dienstag stabil mit einem Plus von 0,1 Prozent. Der Regionalindex MSCI Asia Pacific gab ohne Japan bis zum Mittag 0,4 Prozent nach.

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