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Greetings aus Singapur : Blasengeflüster

Vogelflug in Singapur Bild: AP

Sie beschweren sich über die Mieten in München, Frankfurt oder Hamburg? Das ist nichts gegen Asiens Metropolen. Hier steigen die Mieten unaufhörlich. Droht die nächste Blase?

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          Wir wissen, dass Sie mit Blick auf Ihren Dauerauftrag an Ihren Vermieter ins Grübeln kommen. Oder zahlen Sie schon Ihre Hypothek ab? So oder so, atmen Sie durch, es könnte schlimmer kommen, als die Preise in den Zentren von München, Hamburg oder auch Berlin vermuten lassen. Normalverdiener können sich in Asiens Metropolen schon lange keine Wohnung mehr leisten. Immer lauter und verdächtiger wird das Nachdenken von Politikern und Zentralbankern über Blasen. Denn auch in Asien verführte das billige Geld Anleger dazu, in Beton zu investieren. Und das zu horrenden Preisen. In Sydney verkauften sich Appartements mit Blick auf die (Rückseite der) Bucht gerade für 40.000 Dollar je Quadratmeter – in wenigen Stunden waren sie an den Mann gebracht.

          Christoph Hein
          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Den Vogel aber schießt derzeit die Wirtschaftsmetropole im ärmsten Land der Region ab: In Burma, dass die Generäle in Myanmar umtauften, liegen die Mieten für Büroraum inzwischen höher als im glitzernden Singapur – mit 78 Dollar je Quadratmeter Bürofläche im Monat ist Rangun so teuer, wie keine andere Stadt in Südostasien. In Singapur beträgt der Durchschnittspreis 74 Dollar, in Vietnams Hauptstadt Hanoi 39 Dollar. Selbst in New York liegen Vergleichsmieten nur bei knapp 50 Dollar, erklärt die Immobiliengesellschaft Colliers International.

          In Burma schießen die Preise aufgrund des engen Angebotes durch die Decke. In China oder Australien schwillt die Blase aufgrund der extremen Nachfrage. Das hat gefährliche Auswirkungen auf die Wirtschaftspolitik: Regierungen sitzen in der Klemme. Wollen sie die Blasenbildung bekämpfen, schränken sie die Kreditvergabe ein. Und würgen damit die Konjunktur ab. Lassen sie die Preise weiter klettern, wird ein Platzen später umso größere Schmerzen hervorrufen. Platzen die Blasen, drohen tiefe Einschnitte. Zumal die Asiaten über praktisch keine Altersversorgung verfügen.

          Blase am Immobilienmarkt

          In China gewannen die Immobilienpreise im August noch weiter an Fahrt. In den vier größten Städten stiegen so schnell wie zuletzt Anfang 2011. In Kanton (Guangzhou) legten sie im Jahresvergleich um 19 Prozent zu, in Peking und Schanghai um 15 Prozent. Australiens Zentralbank warnt am selben Tag davor, zu deutlich von einer Blase bei Immobilien zu sprechen – das sei „unrealistisch und nur alarmierend“, hieß es. Singapur erlässt fast im Monatsrhythmus Regeln, um die Nachfrage zu verringern. Neuseeland Zentralbanker werden ab dem 1. Oktober weitere Beschränken für die Vergabe von Hypotheken einführen. 

          Nun warnen die Analysten der Bank Nomura, Peking werde die Konjunktur weiter abkühlen lassen, um Druck aus dem Immobilienmarkt zu nehmen. Sie rechnen damit, dass nach dem Ziel von 7,5 Prozent Wachstum in diesem Jahr die Zielmarke 2014 bei nur noch 7 Prozent liegen werde. Die Bank Barclays sprach am Mittwochmorgen von einem „kontrollierten Abstieg“ Chinas und verringerte die Prognose für das nächste Jahr auf nur noch 7,1 Prozent Wachstum. „Grundlegende Herausforderungen“ würden von der Regierung nicht angegangen. Dazu zähle auch eine „latente Immobilienblase“.

          Noch beeinflusst dies die Aktionäre nicht, die zunächst weiter auf den Geldstrom starren. Am Mittwoch aber schauten sie auch in Asien wie die Kaninchen auf die Schlange: Und die sitzt in Amerika, wo erst am asiatischen Nachmittag Neuigkeiten über die Geldflut zu erwarten sind. Deshalb pendelten am Mittwoch die Kurse um ihren Stand von Wochenbeginn. In China, wo die Börsen wegen des Herbstfestes am Donnerstag und Freitag geschlossen bleiben werden, notierte der Shanghai Composite Index 0,2 Prozent unter Vortag. Der Straits Times Index in Singapur legte 0,5 Prozent zu. In Hongkong gaben die Kurse 0,3 Prozent nach. Die Börse in Südkorea ist heute geschlossen. Der Anstieg des japanischen Nikkei 225 um 1,9 Prozent trieb den regionalen MSCI Asia Pacific Index um 0,5 Prozent nach oben.

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