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Greetings aus New York : Übernahmephantasien treiben Kurse an der Wall Street

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Der anstehende Milliarden-Deal von Verizon sorgt an den Börsen für gute Stimmung. Die amerikanische Wirtschaft wächst überraschend stark. Und der Nasdaq-Chef übt Selbstkritik.

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          Telekomwerte waren am Donnerstag an den amerikanischen Aktienmärkten besonders gefragt. Der Grund: Die große Telefongesellschaft Verizon Communications will den britischen Konkurrenten Vodafone aus dem gemeinsamen Mobilfunkunternehmen Verizon Wireless herauskaufen. Nach Medienberichten könnte Verizon 130 Milliarden Dollar für den Anteil von 45 Prozent zahlen. Es wäre ein Mega-Deal. Das Geschäft würde die meisten anderen derartigen Transaktionen seit der Jahrtausendwende in den Schatten stellen.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Der Aktienkurs von Verizon kletterte am Donnerstag um 2,7 Prozent auf 47,8 Dollar und führte auch den Dow Jones in positives Terrain. „Jede Transaktion begeistert die Händlergemeinde“, sagte Chris Bertelsen, Chefanleger des Vermögensverwalters Global Financial in Florida. Aktienhändler können jetzt nämlich angeregt auf weitere Fusionen und Übernahmen spekulieren.  Der Dow Jones schloß mit leichten Gewinnen von 0,1 Prozent auf 14841 Punkte. Das breiter gefasste Aktienbarometer S&P 500 stieg um 0,2 Prozent auf 1638 Zähler, gab im späten Handel anfänglich stärkere Kursgewinne aber wieder ab.

          Belastend wirkten die Kursverluste von großen Energieunternehmen wie Exxon Mobil oder Chevron, die auf den wieder gefallenen Ölpreis reagierten. Ein Militärschlag der Vereinigten Staaten gegen Syrien wegen des vermuteten Giftgasangriff der syrischen Regierung schien am Donnerstag nicht mehr unmittelbar bevorzustehen. In London verhinderte die Opposition die von Premierminister David Cameron angestrebte zügige Billigung eines Militäreinsatzes. Der Aktienkurs von Exxon Mobil fiel um 1,8 Prozent auf 87,3 Dollar, der Kurs von Chevron ermäßigte sich um 1,2 Prozent auf 120,4 Dollar. In den vergangenen Tagen hatten sich Händler noch Sorgen gemacht, dass eine Eskalation der Syrienkrise zu einer Angebotsverknappung von Rohöl führen könnte.

          Amerikas Wirtschaft wächst stärker als erwartet

          Börsianer reagierten zudem positiv auf neue Daten zum amerikanischen Wirtschaftswachstum. Nach revidierten Angaben des Handelsministeriums war das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal aufs Jahr gerechnet überraschend kräftig um 2,5 Prozent gewachsen. Zunächst hatte das Ministerium ein Wachstum von 1,7 Prozent gemeldet. In der ersten Schätzung waren gestiegene Exporte aber nicht ausreichend berücksichtigt.

          Unterdessen hat der zweitgrößte amerikanische Börsenkonzern Nasdaq OMX in einem vorläufigen Bericht die meiste Verantwortung für den dreistündigen Ausfall des Handels vor einer Woche übernommen. Der Bericht sprach von einer „inakzeptablen“ Leistung. Die Nasdaq argumentiert zwar weiterhin, dass eine Tochtergesellschaft des größeren Konkurrenten Nyse Euronext die Computerprobleme verursacht hatte.  Die Nasdaq hätte die Probleme aber unter Kontrolle haben können. „Wir streben Perfektion an, aber das ist schwer“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Nasdaq OMX, Robert Greifeld, in einem Interview mit dem „Wall Street Journal“.

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