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Greetings aus New York : Toilettenbürsten und Duschvorhänge

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Der ehemalige Tyco-Chef Dennis Kozlowski kommt auf freien Fuß. Tesla-Chef Elon Musk startet erfolgreich mit seiner Raumfahrtgesellschaft SpaceX, und die Aktien von Tesla selbst erleben einen Kurssprung.

          Lange bevor in Hamburg die 292 Euro teuren Toilettenbürsten für die Elbphilharmonie für Aufregung sorgten, gab es in Amerika einen Skandal, bei dem ein 6000 Dollar teurer Duschvorhang eine große Rolle spielte. Die Toilettenbürsten, deren Preis kürzlich bekannt wurde, wurden zum Symbol dafür, wie beim Bau der Elbphilharmonie das Geld verprasst wurde. Der Duschvorhang war ein Paradebeispiel für die Gier amerikanischer Manager.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Vorhang gehörte zur luxuriösen Ausstattung des New Yorker Appartements von Dennis Kozlowski, dem früheren Vorstandschef des Mischkonzerns Tyco. Kozlowski wurde vor mehr als acht Jahren schuldig gesprochen, sich auf Kosten seines Arbeitgebers bereichert zu haben. Zu dieser Zeit gab es eine ganze Serie spektakulärer Wirtschaftsprozesse, darunter gegen Manager von Skandalunternehmen wie Enron und Worldcom. Die Kozlowski-Fall erregte vor allem wegen der Details über seinen verschwenderischen Lebensstil die Gemüter, wie etwa den Duschvorhang im von Tyco bezahlten Appartement oder eine ausschweifende Geburtstagsparty für Kozlowskis Frau auf Sardinien auf Konzernkosten. Kozlowski wurde zu einer Gefängnisstrafe zwischen acht Jahren und vier Monaten und 25 Jahren verurteilt.

          Seither hat sich Kozlowski wiederholt um eine Reduzierung der Strafe bemüht, und am Dienstag hatte er Erfolg. Eine Bewährungskommission entschied, dass der mittlerweile 67 Jahre alte Kozlowski am 17. Januar auf Bewährung freigelassen werden kann. Der tief gefallene einstige Starmanager äußerte sich in einer Stellungnahme „dankbar“ für die Entscheidung der Kommission.

          Tesla-Chef Musk erfolgreich auch auf neuen Wegen

          Gleich über zwei gute Nachrichten konnte sich am Dienstag Elon Musk freuen, der Vorstandsvorsitzende des Elektroautoherstellers Tesla und des Raumfahrtunternehmens SpaceX. Nach mehreren Fehlversuchen gelang SpaceX am Dienstag von Cape Canaveral in Florida der erfolgreiche Start der Rakete „Falcon 9“, die für das europäische Unternehmen SES einen Satelliten in den Weltraum bringen soll. Es ist die erste kommerzielle Mission für das Unternehmen, das bislang vor allem im Auftrag der Raumfahrtbehörde Nasa unterwegs war. So hat SpaceX im vergangenen Jahr den ersten Flug eines privaten Unternehmens zur Internationalen Raumstation ISS absolviert.

          Tesla wiederum erlebte am Dienstag an der Börse einen Kurssprung von fast 17 Prozent auf 144,70 Dollar. Die Aktie hatte zuletzt erheblich an Wert verloren, nachdem das Unternehmen mit einer Brandserie in die Schlagzeilen geraten war. Innerhalb weniger Wochen war bei drei Fahrzeugen des Tesla-Typs Model S ein Feuer ausgebrochen, was Sorgen um die Sicherheit der Autos weckte. Ausgerechnet aus Deutschland kam nun aber zumindest ein Stück Entwarnung. So teilte das Kraftfahrtbundesamt Tesla mit, es habe keinen „herstellerseitigen Mangel als unfallursächlich festgestellt“. Das weckte an den Finanzmärkten Hoffnungen, dass auch die Untersuchungen der amerikanischen Verkehrsbehörden positiv für Tesla ausfallen.

          Insgesamt ging es mit den Kursen an der Wall Street am Dienstag nach unten. Der Dow-Jones-Index rutschte um 94 Punkte auf 15915 Punkt, der S&P 500 fiel um 6 Punkte auf 1795 Punkte, und der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 8 Punkte auf 4037 Punkte.

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