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Greetings aus New York : Syrien-Konflikt belastet Wall Street

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Der drohende Militärschlag der Amerikaner gegen Syrien verunsichert die Börsianer an der Wall Street. Die nahmen unterdessen von einer Pionierin ihrer Branche Abschied.

          Die sich abzeichnende militärische Antwort der Amerikaner auf das jüngste Giftgas-Massaker in Syrien hat im späten Handel am Montag die Kurse an der Wall Street belastet. Der amerikanische Außenminister John Kerry hatte in Washington gesagt, dass ein Angriff mit Giftgas nicht zu leugnen sei. Er bezeichnete den Chemiewaffeneinsatz, durch den mehr als tausend Menschen qualvoll umgekommen waren, als „moralische Obszönität“. Die Vereinigten Staaten und die internationale Gemeinschaft müssten darauf antworten.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Die Aktienkurse waren im frühen Handel bei sommerlich geringen Umsätzen zunächst gestiegen. Nach Kerrys Stellungnahme rutschten sie in den negativen Bereich. „Die Leute werden ein wenig ängstlich, falls es Unruhen und etwas Vergeltung geben sollte, weil sich das auf amerikanische Vermögenswerte auswirken kann“, sagte Frank Ingarra, Chefhändler beim Vermögensverwalter North Coast Asset Management gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Dow Jones schloß mit einem Minus von 0,4 Prozent auf 14947 Punkten. Der breiter gefasste Aktienindex S&P 500 gab um ebenfalls 0,4 Prozent auf 1657 Zähler nach.

          Trauer um Pionierin Muriel Siebert

          Die Börsianer an der Wall Street gedachten am Montag auch ihrer langjährigen Kollegin Muriel „Mickie“ Siebert, die am vergangenen Samstag im Alter von 84 Jahren gestorben war. Siebert war die erste Frau, die 1967 gegen erheblichen Widerstand des damaligen Herrenclubs einen Sitz an der New York Stock Exchange erwarb, und damit zu einer wichtigen Wegbereiterin für Frauen an der Wall Street wurde.

          Siebert gründete ein eigenes Wertpapierhaus, Muriel Siebert & Co., das seit 1996 unter dem Namen Siebert Financial selbst an der Börse notiert ist. Sie war bis zuletzt Vorstandsvorsitzende der Gesellschaft. Von 1977 bis 1982 war sie auch die erste Frau an der Spitze der New Yorker Bankenaufsicht.

          Nach einem darauf folgenden erfolglosen Versuch, für den amerikanischen Senat zu kandidieren, kehrte sie wieder zur ihrem Wertpapierhaus zurück, das sie zu einem Discount-Broker für Privatanleger machte. Neben ihrem Engagement für Frauen war Siebert auch für ein Ausbildungsprogramm bekannt, das Oberschülern in New York und anderen Bundesstaaten Finanzkenntnisse vermittelte. „Habt keine Angst, unbekanntes Neuland zu betreten“, sagte sie vor drei Jahren vor Absolventen des Wagner College im New Yorker Stadtteil Staten Island. „Ihr findet vielleicht einige ziemlich gute Dinge dort.“

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