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Greetings aus New York : Showdown mit Fragezeichen

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Am Donnerstag sollen die Aktionäre über den Verkauf des Computerherstellers Dell abstimmen. Die Unsicherheit über das Votum nährt Spekulationen über eine Verschiebung.

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          Am heutigen Donnerstag könnte es zum großen Showdown um die Zukunft des Computerherstellers Dell kommen – oder auch nicht. Am Dell-Stammsitz im texanischen Round Rock nahe Austin ist eine außerordentliche Hauptversammlung anberaumt, bei der Aktionäre über den Verkauf des Unternehmens an den Gründer Michael Dell und die Beteiligungsgesellschaft Silver Lake abstimmen sollen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nun kochen aber die Spekulationen hoch, wonach der Verwaltungsrat die Abstimmung in letzter Minute vertagen könnte, wenn er fürchtet, nicht die notwendigen Stimmen für die Transaktion zusammenzubekommen.

          Opposition gegen Michael Dell wächst

          Der geplante Verkauf an Michael Dell stieß sofort nach der Bekanntgabe im Februar auf Widerstand von Großaktionären, die meinten, das Unternehmen verkaufe sich zu billig. Es war ein Preis von 24,4 Milliarden Dollar oder 13,65 Dollar je Aktie vereinbart worden. Der für seine aggressiven Manöver bekannte Investor Carl Icahn führt die Kampagne gegen die Transaktion an und hat selbst ein Gegenangebot vorgelegt.

          Mehrere andere Investoren haben mittlerweile öffentlich erklärt, dass sie dem Verkauf an Michael Dell und Silver Lake die Zustimmung verweigern wollen. Am Mittwochabend trat Carl Icahn bei einer Konferenz des Wirtschaftssenders CNBC auf und sagte, er habe mit Blick auf die Abstimmung der Aktionäre „ein ziemlich gutes Gefühl“. Nebenbei pöbelte er, er habe noch nie so einen schlechten Verwaltungsrat erlebt wie jetzt bei Dell.

          Keine berauschenden Quartalsergebnisse

          Das Interesse der Börse wird sich am Donnerstag noch auf einige andere Technologiekonzerne richten. Der Halbleiterhersteller Intel, der Computer- und Beratungskonzern IBM und der Online-Marktplatz Ebay haben am Mittwoch nach Börsenschluss Quartalsberichte vorgelegt. Wirklich berauschend war keiner. IBM machte mehr Gewinn als erwartet, aber der Umsatz schrumpfte abermals und blieb hinter den Vorgaben von Analysten zurück. Intel meldete einen Umsatz- und einen Gewinnrückgang. Ebay traf zwar fast genau die Analystenprognosen, enttäuschte aber mit seinem Ausblick.

          Die Ebay-Aktie notierte nachbörslich deutlich im Minus, und Intel erlitt leichte Kursverluste. Lediglich bei IBM gab es ein Plus. Freilich taugt das nachbörsliche Geschehen nur begrenzt als Indikator dafür, was am nächsten Tag im regulären Handel passiert – wie sich gerade am Mittwoch wieder einmal zeigte. So legte der Aktienkurs von Yahoo um mehr als 10 Prozent zu. Am Vorabend nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen war der Kurs erst ins Minus gerutscht.

          Insgesamt hat die Wall Street den Börsenhandel am Mittwoch im Plus beendet. Der vorher mit Spannung erwartete Auftritt von Notenbankchef Ben Bernanke vor dem Kongress wurde freundlich aufgenommen, löste aber auch kein ganz großes Kursfeuerwerk aus. Bernanke sagte, dass der kürzlich von ihm in Aussicht gestellte Ausstieg der Fed aus dem derzeitigen Anleihekaufprogramm noch keine beschlossene Sache sei. Die Notenbank sei auf keinem „vorbestimmten Kurs“ und behalte sich vor, flexibel auf die wirtschaftliche Lage zu reagieren.

          Später am Mittwoch wurde noch das „Beige Book“ über die regionale Wirtschaftslage in den zwölf Notenbankdistrikten vorgelegt. Dabei war insgesamt von einem „mäßigen bis moderaten“ Wachstumstempo die Rede.

          Der Dow-Jonex-Index ging am Mittwoch mit einem leichten Plus von 19 Punkten auf 15471 Punkten aus dem Börsenhandel. Der S&P 500 kletterte um 5 Punkte auf 1681 Punkte, der Index der Technologiebörse Nasdaq legte um 12 Punkte auf 3610 Punkte zu.

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