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Greetings aus New York : McKesson kauft Celesio

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Der Gesundheitskonzern McKesson übernimmt den deutschen Pharmahändler Celesio. McKesson ist ein Gigant in der amerikanischen Gesundheitsbranche. Der Kauf wird das Unternehmen 6,1 Milliarden Euro kosten.

          Die Bilanzsaison läuft, aber der bevorstehende Quartalsbericht des Gesundheitskonzern McKesson ist zumindest aus deutscher Perspektive Nebensache. Denn am Donnerstagmorgen deutscher Zeit kündigte der Stuttgarter Pharmagroßhändler Celesio seine Übernahme durch McKesson an. Darüber wurde schon seit einigen Wochen spekuliert. Den freien Aktionären wird ein Angebot von 23 Euro je Aktie unterbreitet. Damit wird McKesson die Übernahme 6,1 Milliarden Euro kosten.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          McKesson ist ein Gigant in der amerikanischen Gesundheitsbranche, auch wenn er in der breiten Öffentlichkeit nicht allzu bekannt ist. Das Unternehmen aus San Francisco hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von mehr als 122 Milliarden Dollar und einen Nettogewinn von 1,3 Milliarden Dollar erzielt. Das Kerngeschäft von McKesson ist die Belieferung von Drogerien und Krankenhäusern mit Medikamenten, daneben hat das Unternehmen eine Technologiesparte mit Software und zugehörigen Dienstleistungen für Arztpraxen und Krankenhäuser.

          Das Unternehmen mit heute 37.000 Mitarbeitern blickt auf eine lange Geschichte zurück. Es wurde schon 1833 gegründet, zunächst als Importeur von Medikamenten und Chemikalien, die aus Europa kamen. Zwischenzeitlich erweiterte McKesson seinen Aktionsradius um Geschäfte wie alkoholische Getränke und Milchprodukte. In den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann das Unternehmen aber, seine Randgeschäfte zu verkaufen und sich auf seine Gesundheitsaktivitäten zu konzentrieren.

          Porto wohl zu teuer

          Seine Quartalsbericht wird auch der Online-Händler Amazon.com am Donnerstag nach Börsenschluss seine Quartalszahlen vorlegen. Die Wall Street ist darauf trainiert, keine großen Gewinne zu erwarten. Seit Jahren weist das Unternehmen schmale Gewinne oder gar Verluste aus, weil es aggressiv in das Erobern von Marktanteilen und das Erschließen neuer Geschäftsfelder investiert. Amazon ist bekannt dafür, seine Kunden mit Niedrigpreisen, Gratisversand und Kulanz bei der Rückgabe von Waren nach Strich und Faden zu verwöhnen – und das schlägt auf den Gewinn.
          Porto zu teuer

          Aber in Amerika ist Amazon nun auf einmal nicht mehr ganz so großzügig. Am Dienstag änderte das Unternehmen die Konditionen für ein bei den Kunden sehr beliebtes Versandangebot. Der Mindestbestellwert für kostenlosen Versand wurde von 25 auf 35 Dollar nach oben geschraubt. Es sei das erste Mal seit mehr als einem Jahrzehnt, dass das Unternehmen diese Schwelle für Gratisversand geändert habe, rechtfertigte sich Amazon in einem Blogeintrag.

          Gleichzeitig verwies der Internetgigant auf sein weiter bestehendes Angebot „Amazon Prime“, das Gratisversand innerhalb von zwei Tagen verspricht, aber 79 Dollar im Jahr kostet. In Deutschland hält Amazon zumindest bislang am aktuellen Mindestbestellwert von 20 Euro fest.

          An der Wall Street gab es am Mittwoch auf breiter Front Kursverluste. Der Dow-Jones-Index rutschte um 54 Punkte auf 15413 Punkte ab. Nach vier Tagen in Folge mit historischen Höchstständen fiel diesmal auch der S&P 500 um 8 Punkte auf 1746 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zum Handelsschluss bei 3907 Punkten um 22 Punkte im Minus.

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