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Greetings aus New York : Klimakämpfer Obama

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Der amerikanische Präsident stellt ein weitreichendes Programm zum Klimaschutz vor – und kann sich über positive Konjunkturdaten freuen.

          Der amerikanische Präsident Barack Obama will sich endlich zum Klimaschützer aufschwingen. Obama schlug staatstragende Töne an, als er am Dienstagnachmittag an der Washingtoner Georgetown University ein weitreichendes Programm zum Kampf gegen den Klimawandel vorstellte: „Als Präsident, Vater und Amerikaner bin ich hier, um zu sagen: Wir müssen handeln.“

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Ein Kernpunkt des Plans ist, den Kohlendioxid-Ausstoß von Stromkraftwerken zu reduzieren. Dazu soll die Umweltbehörde EPA neue Standards entwickeln. Kraftwerke verursachen nach Angaben der Regierung ein Drittel aller Treibhausgasemissionen in Amerika. Daneben hat der Plan eine Reihe anderer Elemente, zum Beispiel neue Standards für den Benzinverbrauch von Lastwagen vor. Amerikanische Medien nannten Obamas Initiative „aggressiv“ und „ehrgeizig“. Die „New York Times“ schrieb, Klimaschutz könne ein Thema werden, das Obamas Vermächtnis definiert.

          Der Präsident hat damit den Klimawandel wieder weit nach oben auf seine Tagesordnung gesetzt, nachdem er das Thema in seiner ersten Amtszeit zur Enttäuschung vieler Umweltschützer zugunsten anderer Projekte wie der Gesundheitsreform hinten angestellt hatte.

          Positive Konjunktur Daten freuen die Wall Street

          Ein paar Worte verlor Obama auch zum politischen Zündstoffthema der Keystone-XL-Pipeline, die Öl von den kanadischen Ölsandgebieten an den Golf von Mexiko bringen soll. Die Pipeline solle nur gebaut werden, wenn es „im Interesse unserer Nation ist“, und das sei nur dann der Fall, wenn das Projekt unter dem Strich die Luftverschmutzung durch Kohlendioxid nicht deutlich verschlimmere.

          Obama dürfte am Dienstag auch mit Interesse die Veröffentlichung einer ganzen Serie von Konjunkturindikatoren registriert haben, die auf eine Erholung der Wirtschaft hindeuten. So gab es positive Daten zum Häusermarkt, zum Verbrauchervertrauen und zu den Aufträgen für dauerhafte Güter. Diese Nachrichten sorgten auch für gute Stimmung an der Wall Street – eine willkommene Entwicklung nach den jüngsten Kursverlusten. Der Dow-Jones-Index legte um 101 Punkte oder 0,7 Prozent auf 14.760 Punkte zu. Der S&P 500 stieg um ein Prozent auf 1588 Punkte, und der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte um 0,8 Prozent auf 3348 Punkte.

          Verlierer gab es trotzdem: Der Aktienkurs des Buchhändlers Barnes & Noble stürzte um 17 Prozent ab. Das Unternehmen kündigte einen weitgehenden Rückzug aus seinem Geschäft mit Tabletcomputern an. Offenbar war es zu schwer, mit dem „Nook“-Tablet neben Giganten wie Apple, Amazon und Google zu bestehen. Nur den „Nook“ als digitales Lesegerät will Barnes & Noble künftig noch selbst herstellen. Für das Tablet soll ein Partner gefunden werden.

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