https://www.faz.net/-gqe-7jwzp

Greetings aus New York : Erst Truthahn, dann Shopping

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Eigentlich gilt der „Black Friday“ in Amerika als inoffizieller Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Aber in diesem Jahr haben viele Händler schon tags zuvor am Thanksgiving-Fest mit Kampfpreisen gelockt.

          2 Min.

          Für den amerikanischen Einzelhandel markiert der vierte Freitag im November, der Tag nach dem Thanksgiving-Fest, den offiziellen Startschuss in die Weihnachtssaison. Es ist der „Black Friday“, benannt nach der Branchenregel, wonach an diesem Tag Händler die Gewinnschwelle für das Jahr überschreiten und schwarze Zahlen schreiben. Geschäfte locken am „Black Friday“ mit besonders aggressiven Kampfpreisen, der Tag ist berüchtigt für lange Schlangen vor den Geschäften und chaotische Szenen mit Kunden, die sich um Sonderangebote reißen.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aber diesen Rang als alles überstrahlender Tag fürs Power-Shopping scheint der „Black Friday“ zu verlieren. Nachdem viele Händler in den vergangenen Jahren schon ihre Öffnungszeiten am Freitag weiter nach vorne gezogen und ihre Läden zum Teil um Mitternacht aufgemacht haben, geht es jetzt in immer mehr Geschäften schon am Thanksgiving-Tag selbst los. Das New Yorker Riesenkaufhaus Macy’s etwa öffnete seine Türen am Donnerstag um 20 Uhr, der Spielehändler Toys „R“ Us startete sogar schon um 17 Uhr. Viele Amerikaner konnten also direkt nach dem traditionellen Truthahn-Essen auf Schnäppchenjagd gehen.

          Begehrte Ware: Fernseher in einem Geschäft in Chicago Bilderstrecke
          Begehrte Ware: Fernseher in einem Geschäft in Chicago :

          Im Internet scheint der „Black Friday“ ohnehin nicht mehr an einen bestimmten Tag gebunden zu sein. Amazon.com etwa hat schon die ganze Woche „Black Friday Week“ mit ständig wechselnden Sonderangeboten. Auch der größte amerikanische Einzelhändler Wal-Mart hat auf seiner Internetseite eine „Black Friday Week“ ausgerufen. Allgemein nimmt Wal-Mart derzeit einige Anleihen bei Amazon. So kündigte der Konzern an, im Weihnachtsgeschäft Online-Bestellungen mit einem Wert von mindestens 35 Dollar versandkostenfrei zu liefern, genauso wie es auch Amazon macht.

          Der Online-Handel hat eigentlich einen eigenen Spitzentag. Es ist der Montag nach Thanksgiving, die Branche hat dafür den Begriff „Cyber Monday“ geprägt. Aber auch hier halten sich Händler nicht mehr strikt an einen einzelnen Tag. Wal-Mart etwa will seine „Cyber Monday“-Sonderangebote schon am Samstag starten.

          Thanksgiving war in diesem Jahr besonders spät, zwischen dem Feiertag und Weihnachten sind sechs Tage weniger als 2012. Entsprechend größer ist in der knappen Zeit der Druck auf die Händler, Kunden in ihre Läden zu locken.

          Branchenexperten sind sich nicht einig, wie konsumfreudig die Amerikaner in diesem Jahr sein werden. Der Einzelhandelsverband National Retail Federation erwartet, dass Amerikaner im November und Dezember 3,9 Prozent mehr ausgeben werden als im Vorjahr. Damit läge die Wachstumsrate etwas höher als 2012 (3,5 Prozent). Dagegen sagen die Analysten von Morgan Stanley das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit 2008 voraus. Auch von den Händlern selbst kamen in jüngster Zeit sehr unterschiedliche Signale: Wal-Mart etwa wies kürzlich in seinem Quartalsbericht für seine amerikanischen Filialen zum wiederholten Mal einen Umsatzrückgang aus, dagegen legte Macy’s gute Zahlen vor.

          Überdurchschnittlich gut dürfte im diesjährigen Weihnachtsgeschäft in jedem Fall der Online-Handel abschneiden. Der Einzelhandelsverband sagt hier ein Umsatzwachstum von 13 bis 15 Prozent voraus.

          Weitere Themen

          Flixbus übernimmt „Greyhound“ Video-Seite öffnen

          Bekannte US-Fernbuslinie : Flixbus übernimmt „Greyhound“

          Flixmobility hat das US-amerikanische Busunternehmen Greyhound übernommen. Die GmbH mit Sitz in München teilte am Donnerstag mit, dass sie die Firma mit den ikonischen blau-silbernen Bussen für 46 Millionen Dollar von der britischen FirstGroup gekauft habe.

          Topmeldungen

          Willkommen an Bord: Der Möbelhändler XXXLutz begrüßt neue Auszubildende mit einer virtuellen Veranstaltung.

          Neue Jobs : PwC schafft, Commerzbank streicht 10.000 Stellen

          Große Arbeitgeber suchen verstärkt Personal. Viele neue Stellen entstehen in der Logistik rund um den Onlinehandel oder für die digitale Aufrüstung der Wirtschaft. Welche Bewerber haben wo Chancen?

          Anhänger wenden sich ab : Bolsonaro hat seinen Zauber verloren

          Konservative und Liberale in Brasilien wenden sich enttäuscht von Präsident Jair Bolsonaro ab. Statt eines Reformers halten sie ihn inzwischen für einen Protektionisten. Und suchen einen neuen Weg für Veränderung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.