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Greetings aus New York : Eine Hochbahn für Kalifornien

Skizze der „Hyperloop“-Hochbahn Bild: REUTERS

Tesla-Chef Elon Musk will den Personenverkehr mit dem „Hyperloop“ revolutionieren. Die futuristische Hochbahn soll Passagiere mit bis zu 1300 Kilometern in der Stunde in einer Röhre transportieren.

          Eigentlich sollte man meinen, Elon Musk ist ausgelastet. Er ist Vorstandsvorsitzender von gleich zwei Unternehmen. Musk führt den Elektroautohersteller Tesla und den Raumfahrtspezialisten Space X. Nebenbei fungiert er noch als Chairman an der Spitze des Verwaltungsrats des Solarenergiespezialisten Solarcity. Bei allen drei Unternehmen ist der 42 Jahre alte Musk auch Großaktionär, und vor allem der rasante Kursanstieg bei Tesla in diesem Jahr hat seinen Reichtum anschwellen lassen. Im „Bloomberg Billionaires Index“ wird sein Vermögen derzeit auf 7,7 Milliarden Dollar beziffert.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aber Musk ist ein unruhiger Geist und hat jetzt ein ganz anderes Projekt vorgestellt: den Hyperloop. Der für ambitionierte Ideen, aber nicht für Bescheidenheit bekannte Musk sieht den Hyperloop als fünftes Transportmittel, neben Autos, Flugzeugen, Zügen und Schiffen. Vor ein paar Monaten hat er den Hyperloop schon einmal grob als „Mischung aus Concorde, Schienenkanone und Airhockey-Tisch“ beschrieben, am Montag gab er nun in einem 57 Seiten langen Dokument konkretere Details bekannt.

          Es soll eine Art Hochbahn sein, die Passagiere in Aluminiumkapseln durch eine Stahlröhre mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1300 Kilometern in der Stunde transportiert. Die rund 650 Kilometer zwischen San Francisco und Los Angeles könnten damit in etwa einer halben Stunde zurückgelegt werden. Jede Kapsel bietet nach den Vorstellungen von Musk Platz für 28 Passagiere, und alle 30 Sekunden könnte eine Kapsel eine Haltstelle verlassen. Musk meint, dieser Hyperloop zwischen San Francisco und Los Angeles ließe sich für 6 Milliarden Dollar bauen.

          Alle 30 Sekunden könnte eine Kapsel eine Haltstelle verlassen. Bilderstrecke

          Der Unternehmer sieht den Hyperloop als Alternative zu einem in Kalifornien geplanten Hochgeschwindigkeitszug, den er für zu langsam und zu teuer hält. Musk sagte am Montag, er wolle angesichts seiner anderen Verpflichtungen den Hyperloop nicht selbst in die Tat umsetzen, sondern er hofft, dass Andere dies tun. Er will daher sein Design öffentlich zugänglich machen, ähnlich wie dies bei der „Open Source“-Software Linux der Fall ist. Musk sagte aber, er könne sich vorstellen, zumindest einen Prototypen des Hyperloop selbst zu entwickeln.

          An der Wall Street war das Geschehen am Montag unaufgeregt, und die großen Indizes bewegten sich nicht allzu sehr. Der Dow-Jones-Index rutschte um 6 Punkte auf 15.420 Punkte, der S&P 500 verlor 2 Punkte auf 1689 Punkte. Der Index der Technologie Börse legte dagegen um 10 Punkte auf 3670 Punkte zu.

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