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Greetings aus New York : Der ewige Vertröster Amazon

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Der Online-Händler war nie für große Gewinne bekannt. Im zweiten Quartal gab es sogar einen kleinen Verlust. Die Wall Street reagiert gewohnt milde.

          2 Min.

          Amazon.com wird an der Börse nicht wegen seiner Profitabilität geliebt. Der Online-Händler ist seit Jahren dafür bekannt, geringe oder gar keine Gewinne auszuweisen, weil er aggressiv in das Erobern von Marktanteilen und das Erschließen neuer Geschäftsfelder investiert. Das ständige Vertrösten darauf, dass irgendwann in der Zukunft einmal Gewinne fließen werden, hat Amazon an der Börse nicht geschadet. Der Aktienkurs entwickelt sich seit Jahren prächtig.

          Schwacher Ausblick von Amazon

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Am Donnerstag nach Börsenschluss meldete Amazon für das zweite Quartal überraschend einen kleinen Verlust, obwohl Analysten mit einem Gewinn gerechnet hatten. Auch der Ausblick auf das nächste Quartal fiel schwächer als erwartet aus. Allzu hart wurde Amazon dafür aber an der Börse zunächst einmal nicht bestraft. Im nachbörslichen Handel notierte der Aktienkurs leicht im Minus.

          Zynga kämpft

          Viel weniger gnädig zeigte sich die Börse mit Zynga. Der Aktienkurs des angeschlagenen Online-Spieleanbieters rutschte nach Vorlage von Quartalszahlen zeitweise um 14 Prozent ab. Dabei machte Zynga im zweiten Quartal etwas mehr Umsatz und etwas weniger Verlust als erwartet. Allerdings gab das Unternehmen einen schwächeren Ausblick als erwartet, und der gerade angetretene neue Vorstandsvorsitzende Don Mattrick schlug sehr vorsichtige Töne an: „Wir erwarten in den nächsten zwei bis vier Quartalen mehr Volatilität in unserem Geschäft als wir das gerne hätten.“ Zynga dämpfte außerdem die Hoffnungen, dass Glücksspiel mit echtem Geld dem Unternehmen einen großen Schub geben könnte. Zynga kündigte an, anders als bislang erwartet nun doch keine entsprechende Lizenz beantragen zu wollen. Der momentane Test von Glücksspielaktivitäten in Großbritannien solle aber fortgesetzt werden.

          Starbucks überrascht

          Der frühere Microsoft-Manager Don Mattrick hat das Ruder vor wenigen Wochen vom Unternehmensgründer Mark Pincus übernommen. Zynga kämpft mit deutlich zweistelligen Rückgängen bei Umsätzen und Nutzerzahlen, das Unternehmen sah sich im Frühjahr gezwungen, ein radikales Sparprogramm mit dem Abbau von fast einem Fünftel aller Arbeitsplätze einzuleiten.

          Eine positive Überraschung kam nach Börsenschluss von der Kaffeekette Starbucks. Deren Aktienkurs legte nach besser als erwarteten Quartalszahlen nachbörslich zeitweise um 6 Prozent zu.

          Den regulären Handel beendete die Wall Street am Donnerstag mit Kursgewinnen. Der Dow-Jones-Index legte um 13 Punkte auf 15556 Punkte zu, und der S&P 500 kletterte um 4 Punkte auf 1690 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg um 26 Punkte auf 3605 Punkte. Gewinner des Tages war das soziale Netzwerk Facebook, dessen Kurs nach viel besser als erwarteten Quartalszahlen um 30 Prozent auf 34,36 Dollar zulegte.

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