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Greetings aus New York : An der Wall Street wächst die Nervosität

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Die Aktienkurse geben wegen des politischen Patts in Washington weiter nach. Die Angst unter Börsianern vor einer finanziellen Apokalypse wächst.

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          An der Wall Street werden die Warnungen vor den katastrophalen Konsequenzen eines möglichen Zahlungsausfalls amerikanischer Staatsanleihen lauter. Zahlreiche Fondsmanager, Banker und Volkswirte halten das für eine Art finanzieller Apokalypse. Die Folgen für die globalen Finanzmärkte wären viel dramatischer als der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers auf dem Höhepunkt der Finanzkrise vor fünf Jahren, hieß es. „Lehman war ein einzelnes Unternehmen, und jetzt reden wir über die amerikanische Regierung“, sagte Tim Bitsberger der Nachrichtenagentur Bloomberg. Bitsberger ist ein ehemals ranghoher Mitarbeiter des amerikanischen Finanzministeriums, der mittlerweile für die französische Bank BNP Paribas in New York tätig ist.

          Norbert Kuls

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Den Vereinigten Staaten droht die Zahlungsunfähigkeit, wenn die Obergrenze der Staatsverschuldung nicht rechtzeitig vom Kongress angehoben wird. Nach Angaben des Finanzministeriums bleibt nur noch Zeit bis zum 17. Oktober, um das Limit anzuheben. In Washington gibt es zwischen Republikanern und Demokraten allerdings noch keinen Konsens darüber. Die Republikaner, die die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen, fordern Zugeständnisse bei der vor drei Jahren von einer damals demokratischen Mehrheit verabschiedeten Gesundheitsreform. Der berühmte Investor Warren Buffett hat die Politiker in Washington aufgefordert, die Schuldengrenze nicht als Waffe in einer politischen Debatte zu benutzen. „Das sollte wie die Atombombe behandelt werden, als zu schrecklich, um sie einzusetzen“, sagte Buffett in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Fortune.

          An den Finanzmärkten hat die Nervosität am Montag weiter leicht zugenommen. Aber es herrscht zehn Tage vor dem 17. Oktober keine Panik, weil noch Zeit für einen Kompromiss bleibt. Anleger scheinen trotz aller Vorsicht darauf zu vertrauen, dass ein Zahlungsausfall noch rechtzeitig abgewendet werden kann. Der Dow Jones fiel um 0,9 Prozent auf 14.936 Punkte. Damit notiert der populäre Aktienindex knapp 5 Prozent unter seinem Mitte September erreichten Rekordhoch. Das breiter gefasste Marktbarometer S&P 500 rutschte am Montag bei geringen Umsätzen ebenfalls um 0,9 Prozent auf 1676 Punkte ab. Der Angstindex VIX stieg um 16 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende Juni. Der Index bildet die Preise für Optionskontrakte ab, mit denen sich Investoren gegen Kursverluste wegen unerwarteter Schwankungen im S&P 500 absichern können.

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