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Greetings aus New York : Amerika will seine Banken stärker zügeln

Die Skyline von New York - das wichtigste Finanzzentrum Amerikas. Bild: dapd

Amerikas Finanzinstitute sollen künftig mehr Geld vorhalten, das als Notfallpuffer dienen kann. Darauf werden viele Banken noch sparen müssen.

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          Die amerikanischen Bankenaufseher wollen die heimischen Kreditinstitute fünf Jahre nach der Finanzkrise widerstandsfähiger machen. Drei Aufsichtsbehörden haben am Dienstag einen gemeinsamen Vorschlag unterbreitet, wonach die acht größten amerikanischen Banken deutlich mehr Kapital vorhalten müssten, um ihre Risiken abzufedern. Der Vorschlag sieht eine Verschuldungsquote (Leverage Ratio) von 6 Prozent für Tochtergesellschaften vor, die dem staatlichen Einlagensicherungsfonds angehören. Auf Ebene der Dachgesellschaft (Holding) soll die Quote 5 Prozent betragen. Die Kennziffer misst das Verhältnis von Eigenkapital zur Bilanzsumme. Das internationale Regelwerk Basel III schreibt nur eine Verschuldungsquote von 3 Prozent vor. Die Banken haben zwei Monate Zeit, zu den Plänen Stellung zu nehmen. An der Wall Street wird mit heftigem Widerstand gerechnet.

          Norbert Kuls
          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Analysten des Wertpapierhauses Keefe, Bruyette und Woods schätzen, dass nur zwei der acht Bankholdinggesellschaften die Vorgaben bereits erfüllen – die Bank of America und Wells Fargo, die Nummern zwei und vier der Branche. Andere Institute wie der Branchenführer JP Morgan Chase oder die drittgrößte Bank Citigroup müssten ihre Kapitaldecke deutlich stärken.

          An der Börse wurde der Vorstoß der Bankenaufsicht trotz der potentiellen Belastungen mit einem Achselzucken quittiert. Die Aktien der meisten Großbanken verbuchten am Dienstag Kursgewinne. Das Branchenbarometer KBW Bank Index stieg um 0,4 Prozent. „Die Marktreaktion überrascht mich. Es ist ein ziemlich anspruchvolles Vorhaben“, kommentierte Bankanalyst Richard Ramsden von der Investmentbank Goldman Sachs.

          Die positive Tendenz der Finanzwerte stützte die allgemeine Entwicklung der Aktienkurse an der Wall Street. Der Dow Jones stieg um 0,5 Prozent auf 15300 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte um 0,7 Prozent auf 1652 Zähler zu. Börsianer bereiten sich auf den Schwall von Quartalsergebnissen vor, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Am Mittwoch wird die Notenbank Fed das Protokoll ihrer Sitzung vom Juni publik machen. Anleger versprechen sich davon Hinweise auf die künftige Geldpolitik. An der Wall Street gilt es derzeit als ausgemacht, dass die Fed ihre extrem lockere Geldpolitik möglicherweise schon ab September zurückfahren wird.

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