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Good Morning aus New York: Roland Lindner : Böse Überraschung für Yahoo

  • Aktualisiert am

Bild: REUTERS

Yahoos neue Vorstandschefin Marissa Mayer hat ein neues Problem: Der Internetkonzern soll plötzlich 2,7 Milliarden Dollar zahlen. Das hat ein Gericht in Mexiko beschlossen. Damit hatte niemand gerechnet.

          Eine in der breiten Öffentlichkeit bislang nicht bekannte juristische Auseinandersetzung in Mexiko entpuppt sich für den amerikanischen Internetkonzern Yahoo auf einmal als milliardenschwere
          Bedrohung. Yahoo teilte am Freitag nach Börsenschluss mit, von einem Gericht in Mexiko zur Zahlung von 2,7 Milliarden Dollar verurteilt worden zu sein. Das wäre für Yahoo eine gewaltige Summe, die mehr als der Hälfte des Konzernumsatzes im vergangenen Jahr entspricht.

          Die festgelegte Summe ist der Mitteilung zufolge nur ein vorläufiges Urteil. Yahoo kündigte an, alle Berufungswege „energisch“ zu verfolgen. Der Fall geht auf eine Klage von Worldwide Directories und seiner Tochtergesellschaft Ideas Interactivas zurück, Anbietern von Telefonverzeichnissen. Die Kläger warfen Yahoo unter anderem Vertragsbruch mit Blick auf einen Gelbe-Seiten-Dienst vor, hieß es in der Mitteilung. Yahoo nannte die Beschuldigungen „gegenstandslos“, machte aber keine näheren Angaben dazu, welche Art der Partnerschaft mit den Klägern bestand.

          Es gibt allerdings eine Pressemitteilung aus dem Jahr 2003, in der Yahoo und Ideas Interactivas eine Zusammenarbeit in der Entwicklung eines Gelbe-Seiten-Dienstes ankündigten, der sowohl online als auch in Buchform herausgebracht werden sollte. Der Aktienkurs von Yahoo fiel am Freitag im nachbörslichen Handel um knapp 2 Prozent. Der Kurs hatte in den vergangenen drei Monaten mehr als 25 Prozent an Wert gewonnen, getragen vom Optimismus, dass die seit Juli amtierende Vorstandsvorsitzende Marissa Mayer das Unternehmen nach langer Durststrecke wieder auf Wachstumskurs bringen kann.

          „Fiskalische Klippe“ macht weiter Sorgen

          Zudem könnte am Montag der Stand der Diskussionen um die „Fiskalische Klippe“ auf die Aktienkurse drücken. Im Streit über den nächsten Haushalt stehen sich die Regierung von Präsident Barack Obama und die Republikaner weiter unversöhnlich gegenüber. Einigen sich beide Seiten nicht bis zum 31. Dezember, dann treten am 1. Januar automatisch Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen in Kraft, die die Vereinigten Staaten wieder in eine Rezession stürzen könnten.

          In Fernsehinterviews forderte Finanzminister Timothy Geithner am Sonntag, die Republikaner sollten endlich sagen, um wie viel sie bereit seien, die Steuern für die reichsten zwei Prozent der Amerikaner anzuheben. Dann sollten sie klar machen, wo sie kürzen wollten. „Der Ball liegt bei ihnen“, sagte Geithner.

          Dem setzte der republikanische Verhandlungsführer John Boehner, der Präsident des Repräsentantenhauses ist, entgegen, die Republikaner hätten Pläne, wie in den nächsten zehn Jahren bis zu 800 Milliarden Dollar zusätzlich in den Haushalt kommen könnten. Einzelheiten wollte er auf Nachfragen aber nicht nennen. Die bisherigen Vorschläge der Regierung nannte er Unsinn, mit dem viel Zeit verschwendet worden sei.

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