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Naturnähe plus Comfort : „Glamping“ soll Camping-Muffel nach draußen locken

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Selbst wer sonst lieber im Hotelzimmer schläft, kann sich für die Safari-Lodge erwärmen. Bild: Wolwedans/NamibRand

„Glamping“ ist Campen für Zeltmuffel. Bei der Übernachtung im bunten Zirkuswagen oder gemütlichen Schlaf-Fass geht es etwas luxuriöser zu - den Blick in die Natur gibt es trotzdem dazu.

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          Campen im Zirkuswagen, im Schlaf-Fass oder in der Safari-Lodge: Um neue Kundenkreise zu erschließen, setzen Campingplätze in Deutschland zunehmend auf ungewöhnliche Übernachtungsangebote abseits von Zelt und Wohnwagen. Beim „Glamping“ darf es auch gerne etwas glamouröser zugehen. „Es gibt einen Trend zu ungewöhnlichen Wohnformen“, sagt Tourismusexperte Hartmut Rein zum Start der Messe „Reise und Camping“ in Essen am Mittwoch. „Die Kundschaft für sowas ist da“ - so die Einschätzung des Professors von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung im brandenburgischen Eberswalde.

          Auf dem Markt sind neben Zirkuswagen auch Jurten, Baumhäuser, Bau- oder Schäferwagen. Campingplätze mit solchen Angeboten seien etwa für Familien oder Gruppen interessant, sagt Rein. Der Professor macht sich auch für mehr Farbe bei Wohnwagen stark. „Warum muss ein Campingwagen weiß sein? Diese Ödnis muss ja nicht sein.“

          „Glamping“ ist nach den Erfahrungen des Deutschen Camping-Clubs (DCC) inzwischen bereits mehr als eine Nische. „Menschen, die bisher von Camping nichts wissen wollten, werden Berührungsängste genommen“, sagt DCC-Sprecherin Viktoria Groß. Es gebe allerdings schon lange Campingplätze auch für anspruchsvolle Gäste, etwa mit eigenem Thermalwasser-Schwimmbad oder biologisch geklärten Badeseen. Eine Übernachtung im voll ausgestatteten Bauwagen werde unter anderem am Ruhr-Radweg in Essen angeboten. Im DCC haben sich rund 30.000 Camping-Familien zusammengeschlossen.

          Günter Springer von „Naturwagen & Lodges“ liefert seine Zirkuswagen, Naturlodges und Safarizelte nicht nur an Campingplätze, sondern auch an National- und Ferienparks oder Privatkunden. „Zielgruppe für die Übernachtung sind Leute, die das Besondere suchen und einen naturnahen Urlaub machen wollen“, sagt er. Im Zirkuswagen sind neben vier Betten auch eine kleine Küchenzeile, Bad und Esstisch untergebracht.

          Etwas enger, aber ebenso gemütlich ist es in den Schlaf-Fässern des Herstellers Finkota, die unter anderem auf dem Campingplatz Rissbach in Traben-Trarbach an der Mosel oder auf dem Platz „Via Claudia“ von Felicitas Weeber im bayerischen Lechbruck am See stehen. „Das Fass gibt das Campingfeeling, aber ich muss nicht alles mitbringen“, sagt Weeber. Typische Übernachtungsgäste seien Radfahrer, Wanderer oder Gruppen junger Sportler. Die Nacht im Fass kostet bei ihr für zwei Personen in der Hauptsaison rund 40 Euro. Für einen Zeltplatz würden knapp 23 Euro fällig.

          Bis 1. März werden bei der Messe „Reise und Camping“ Urlaubstrends vorgestellt. Parallel dazu zeigt ab Donnerstag die „Fahrrad Essen“ alles rund ums Zweirad. Insgesamt werden bis zum 1. März rund 1000 Aussteller aus 18 Nationen erwartet. Neben internationalen Reisezielen präsentieren sich unter anderem Freizeitparks, Campingplätze, Wohnwagen-Hersteller und Bäder. Die Veranstalter rechnen mit rund 90.000 Besuchern.

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