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Gewinnentwicklung : Samsung im Abwärtstrend

Bild: AFP

Samsungs Gewinn bröckelt weiter ab. Das Unternehmen hält Investoren mit einer höheren Dividende bei Laune und will die Preise seiner besten Handys senken, um den Verkauf anzukurbeln.

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          Samsung Electronics, der südkoreanische Marktführer im Handy-Geschäft, hat das Erfolgsrezept gegen den Abwärtstrend noch nicht gefunden. Im zweiten Quartal des Geschäftsjahres sank der Überschuss auf 5,75 Billionen Won (4,5 Milliarden Euro), 8 Prozent weniger als vor einem Jahr. Es war das fünfte Quartal nacheinander mit einem geringeren Gewinn. Marktbeobachter führen den Abwärtstrend auf die billigere Konkurrenz aus China zurück sowie auf einen unerwartet geringen Absatz der Handy-Spitzenmodelle S6.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Um die Investoren bei Laune zu halten verdoppelte Samsung die Zwischendividende von 500 auf 1000 Won je Aktie. Das Unternehmen kündigte zudem Preissenkungen an, um den Absatz der Mobiltelefone zu stärken. Früher als üblich wird Samsung im August aller Voraussicht nach ein neues und größeres Spitzenmodell vorstellen, um den Abwärtstrend zu stoppen. Der Umsatz sank um 7,3 Prozent auf 48,54 Billionen Won (38 Milliarden Euro), der Betriebsgewinn um 4 Prozent auf 6,9 Billionen Won (5,4 Milliarden Euro).

          Samsungs Dilemma

          Samsungs Dilemma beschreibt sich am besten in drei Beobachtungen. Das Geschäft mit Verbraucherelektronik wie Fernsehern läuft nicht mehr rund, auch wegen des stark aufgewerteten Won. Im Geschäft mit mobilen Geräten wie Handys verliert Samsung Boden; der operative Gewinn in dieser Sparte lag im zweiten Quartal mit 2,76 Billionen Won 38 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor.

          Allein im Geschäft mit Halbleitern und Speicherchips sowie den Displaypanelen legt Samsung derzeit zu. Hier stieg der operative Gewinn um 85 Prozent auf 3,87 Billionen Won. Das Halbleitergeschäft profitiert dabei unter anderem davon, dass Samsung mit seinen jüngsten Handy-Spitzenmodellen verstärkt auf eigene Entwicklungen zurückgriff. Damit aber belasten die ungenügenden Verkaufszahlen der Samsung-Handys auf Dauer auch das Geschäft mit den Bauteilen.

          Auch LG steht vor dem chinesischen Problem

          Der größte Produzent von Smartphones in der Welt steht dabei unter besonderem Druck der chinesischen Konkurrenz. In China verlor Samsung nach einer Studie von IHS im zweiten Quartal Marktanteile von 9,8 auf 8,6 Prozent und liegt hinter Xiaomi, Huawei und Apple.

          Mit dem chinesischen Problem steht Samsung im Südkorea nicht allein da. Schon am Mittwoch hatte LG Electronics berichtet, dass der Überschuss um 45 Prozent auf 226 Milliarden Won (177 Millionen Euro) eingebrochen war. Der Betriebsgewinn von LG sank gar um 60 Prozent auf 244 Milliarden Won (190 Millionen Euro). Der Umsatz fiel um 7,6 Prozent auf 13,9 Billionen Won (11 Milliarden Euro). Maßgeblich auch hier waren ein unzureichendes Handygeschäft und Schwierigkeiten im TV-Geschäft gleichfalls gegen chinesische Anbieter. In der Handysparte schaffte LG mit Mühe einen Minigewinn, während das TV-Geschäft abermals Verluste einbrachte.

          Die Aktie von LG lag am späten Vormittag in Seoul 5,6 Prozent im Minus. Samsung Electronics verloren 2,7 Prozent.

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