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Kleingedrucktes : Firma verlangt Erstgeborenes für Hotspot-Nutzung

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Kostenlos ist nicht immer kostenfrei: In London verlangt ein Unternehmen für die (kostenlose) Nutzung des Internet-Zugangs das Erstgeborene. Oder das Lieblingshaustier.

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          Wer liest schon AGB? Niemand. Verständlich, denn wer hat schon Lust sich durch das langweilige Kleingedruckte zu quälen? Manchmal aber lohnt es sich halt doch. Und manchmal würde einen die Lektüre vor unliebsamen Überraschungen bewahren.

          So etwa in London. Dort hatte das IT-Sicherheitsunternehmen F-Secure einen Hotspot installiert und sinngemäß diesen Passus in den Nutzungsbedingungen eingefügt: „Mit der Benutzung dieses Dienstes willigen Sie ein, Ihr erstgeborenes Kind F-Secure zu überlassen. Zeitpunkt und Nutzungsart werden vom Unternehmen festgelegt. Falls keine Kinder produziert werden, wird stattdessen Ihr Haustier genommen. Diese Bestimmungen gelten für die Ewigkeit.“

          Sechs Personen stimmten diesen Nutzungsbedingungen zu, berichtete der Guardian. Es handelte sich dabei um ein Experiment zur Erforschung der Gefahren der Nutzung öffentlicher Hotspots, das von Europol unterstützt wurde. F-Secure bestätigte offiziell, die Klausel nicht durchsetzen zu wollen. Man werde die Kinder den Eltern zurückgeben, schrieb das Unternehmen in einem Bericht.

          Der Rechtsberater des Unternehmens sieht zwar die Zustimmung als bindend. Allerdings widerspreche der Verkauf von Kindern gegen Gratis-Dienste dem politischen Konsens und sei vor Gericht wohl nicht durchsetzbar.

          Das Unternehmen wollte damit auf die Gefahren öffentlicher Hotspots aufmerksam machen. Der 160 Pfund teure mobile Hotspot sei in einer Handtasche zu verbergen. Bei einem weiteren Test ohne Geschäftsbedingungen hätten sich 33 Geräte mit dem Hotspot verbunden. Dabei wurden auch E-Mail-Passwörter in Klarschrift weiter gegeben. 

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