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Finanzkrise : In China fallen die ersten Banken aus

Es sieht nicht gut aus für Chinas Finanzsystem und seine Banken. Bild: REUTERS

Die finanzielle Instabilität der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt wird immer deutlicher. Um nicht in die nächste Falle zu tappen, sollen Bankgeschäfte im Internet reguliert werden.

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          Es sieht nicht gut aus für Chinas Finanzsystem. Jetzt fallen die ersten Genossenschaftsbanken aus, und auch die Geldgeschäfte im Internet bereiten der Branche immer größere Sorgen. In der Ostküstenprovinz Jiangsu nördlich von Schanghai sollen mindestens drei Agrarbanken geschlossen haben, weil ihnen das Geld ausgegangen ist. Das melden chinesische Medien. Vor den Festwochen zu Chinesisch-Neujahr Ende Januar, wenn die Chinesen für Reisen, Geschenke und Feiern besonders viel Geld brauchen, sei es zu einem Ansturm auf die Institute und zu einer regelrechten „Panik“ beim Abheben der Guthaben gekommen, berichten die Lokalverwaltungen der betroffenen Kommunen. Daraufhin schlossen die Verantwortlichen offenbar überstürzt die Türen und haben sie in mindestens zwei Fällen bis heute nicht wieder geöffnet. „Wir haben alles Geld ausgereicht, es ist nichts mehr übrig“, sagte ein Angestellter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Die Reporter fanden eine Finanzkooperative in der Stadt Yancheng verlassen und verriegelt vor, auf dem Boden der Eingangshalle lag Müll verstreut, was für einen hastigen Aufbruch spricht. Wie sich jetzt herausstellt, existieren auf dem Land, aber auch in Großstädten wie Yancheng Tausende solcher genossenschaftlich organisierten Institute namens Finanzierungskooperativen zur gegenseitigen Hilfe unter Landwirten. Allein in Yancheng sind 137 registriert. Sie sammeln bei Mitgliedern Geld ein und leihen es an andere Mitglieder aus.

          Technisch gelten sie nicht als Banken und müssen sich deshalb nicht an die Eigenkapitalvorschriften halten noch ein ausgewogenes Verhältnis von Einlagen und Krediten nachweisen. Auch unterliegen sie nicht der Finanzaufsicht, sondern den lokalen Büros für Agrarangelegenheiten, die sich in diesen Dingen kaum auskennen. Zum Verhängnis scheint den Häusern (und ihren Sparern) zu werden, dass sie Kapital auch an Nichtmitglieder verliehen haben, um höhere Zinsen einzufahren. So wurden offenbar auch Immobilienentwickler und kleinere Industriebetriebe unterstützt, die von normalen Banken keine Kredite bekommen. Fallen sie aus, stehen oft keine oder nur ungenügende Sicherheiten zur Verfügung.

          Auch in der Finanzierung über das Internet geht es nicht immer mit rechten Dingen zu. Soeben hat Regierungschef Li Keqiang vor dem Nationalen Volkskongress angekündigt, „die Mechanismen für eine koordinierte Finanzaufsicht zu verbessern“ und zugleich „die gesunde Entwicklung des Internet-Bankings voranzutreiben“. Die Führung in Peking ist an einem Ausbau dieser Kanäle interessiert, um das Finanzwesen zu modernisieren. Man will nicht zuletzt die Konkurrenz gegenüber den träge, genügsam und ineffizient arbeitenden Geschäftsbanken stärken, um die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen und den Sparern bessere Erträge zu bieten.

          Doch noch entwickeln sich die Onlinegeschäfte, ähnlich wie jene der Genossenschaften, in einer Grauzone. Als erster namhafter staatlicher Finanzexperte hat jetzt der ehemalige Präsident der ICBC – der größten Bank der Welt – vor den Gefahren gewarnt.Falls die Online-Banken „zu lange alles tun dürfen, was sie wollen, steigen die Risiken, dass etwas schief läuft und dass das Auswirkungen auf die Stabilität der Finanzmärkte hat“, sagte Yang Kaisheng während des Volkskongresses in Peking. Noch sei die Regulierung unzureichend, mahnte er, die Banken- und die Wertpapieraufsicht arbeiteten aber an entsprechenden Bestimmungen.

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