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Federal Reserve : Entspannung nach dem Stresstest in Amerika

Federal Reserve Bild: dpa

Banken haben genug Kapital, um große Verluste decken zu können, sagt die Fed. In puncto Kontroll- und Berichtswesen und Risikomanagement sind die Deutsche Bank, die spanische Banco Santander und die amerikanische Citigroup aber Wackelkandidaten.

          Die 31 wichtigsten Banken der Welt haben einen sogenannten Stresstest der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) bestanden. Das teile die Institution mit. Zur geprüften Gruppe gehörten alle bekannten amerikanischen Großbanken, aber auch die Deutsche Bank wurde durchleuchtet. Alle Finanzinstitute konnten selbst in den von  der Fed durchgespielten Krisenszenarien die geforderte Kernkapitalquote von 5 Prozent vorweisen. Mit den verschiedenen Stresstests, die von der Fed durchgeführt werden, versucht die amerikanische Politik Lehren aus der Finanzkrise zu ziehen. Damals wurden Großbanken mit Geld von Steuerzahlern gerettet, weil sie sich verzockt hatten.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Das Ergebnis des Stresstests deckt sich mit den Aussagen der Notenbank-Chefin Janet Yellen von dieser Woche. Sie hatte jüngst gesagt, Dank einer strengen Regulierung seien die großen Banken und das ganze Finanzsystem stärker und stabiler geworden. Als Beispiel nannte Yellen die Kapitalausstattung der Banken: Allein die acht wichtigsten amerikanischen Geldinstitute hätten von 2009 bis 2014 ihre Eigenkapitalbasis mehr als verdoppelt, indem sie in dieser Zeitspanne ihr Eigenkapital um 500 Milliarden Dollar aufstockten.

          In ihrer Funktion als Bankenaufseherin verlangt die Fed unter anderem von den großen Banken, dass sie genügend Kapital vorhalten, um Verluste aus schwierigen Situationen absorbieren und zugleich weiter ihrer eigentlichen Aufgabe, die Wirtschaft mit Geld zu versorgen, nachkommen zu können. 

          Für den Test hat die Fed ermittelt, wie sich die Banken in schwierigem Umfeld halten: Sie unterstellte dafür mehrere Krisenszenarien. In einem der Szenarien herrscht zum Beispiel eine schwere Rezession in den Vereinigten Staaten, die die Arbeitslosenquote nach oben schießen lässt. Dazu gesellt sich eine vergleichsweise hohe Inflation ausgelöst durch hohe Ölpreise. Die Börsenkurse verlieren binnen 15 Monaten 60 Prozent ihres alten Wertes, zudem schwanken die Aktienkurse stark, die Häuserpreise geben nach. Für solche Umstände scheinen die Banken besser gewappnet zu sein als früher.

          Doch die Prüfung ist noch nicht zu Ende: Am nächsten Mittwoch wird die Fed ausführlichere Ergebnisse über die Robustheit des Finanzsektors veröffentlichen. Dabei geht es darum, wie sich das interne Kontroll- und Berichtswesen und das Risikomanagement schlagen, wenn es brennt. Drei Wackelkandidaten haben die Finanzmärkte ausgemacht: Die Deutsche Bank, den spanischen Banco Santander und die amerikanische Citigroup. Deren Chef Michael Corbat hat seinen Verbleib an der Spitze des Instituts vom positiven Testergebnis abhängig gemacht.

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