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Fasching : Amerikas tragische Karnevalshochburg

„Mardi Gras“: Ein Reiter winkt auf einer Parade in New Orleans in die Menge. Bild: dpa

In New Orleans wird am Dienstag „Mardi Gras“ gefeiert. Es ist ein wichtiger Geldbringer für die Stadt und seit dem Hurrikan Katrina auch ein Symbol für ihre Widerstandskraft.

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          Wer in New York lebt, dem könnte es glatt entgehen, dass gerade anderswo auf der Welt die närrische Zeit des Jahres herrscht. Aber auch in den Vereinigten Staaten gibt es Karnevalshochburgen, und wohl keine ist so bekannt wie New Orleans. Der Faschingsdienstag heißt hier „Mardi Gras“ oder „Fat Tuesday“, es ist der Höhepunkt des Jahres für die Stadt im Bundesstaat Louisiana.

          Perlen für nackte Brüste

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          New Orleans gilt ohnehin als sehr feierfreudig, gerade auf der im French Quarter gelegenen Partymeile Bourbon Street. Anders als in den meisten anderen amerikanischen Städten kann man hier auf offener Straße Alkohol trinken, was vor allem Touristen weidlich ausnutzen. Aber in der Karnevalszeit wird noch einmal einige Gänge höher geschaltet.

          Die Paraden haben bereits vergangene Woche begonnen. Bilderstrecke
          Die Paraden haben bereits vergangene Woche begonnen. :

          In der Stadt gibt es seit Tagen einen Karnevalsumzug nach dem anderen, und auf der Bourbon Street geht es besonders hoch her. Gerade diese Straße ist während des Karnevals Schauplatz für eine ganz spezielle Party-Tradition in New Orleans: Frauen, die ihre Brüste zeigen und dafür im Gegenzug von Männern bunte Perlenketten bekommen.

          Aufbauhilfe durch die Narren

          Für New Orleans ist „Mardi Gras“ ein wichtiger Geldbringer. Rund eine Million Touristen kommen dafür in die Stadt. Nach einer kürzlich veröffentlichten Studie pumpte der Karneval im vergangenen Jahr 465 Millionen Dollar in die einheimische Wirtschaft, das war 54 Prozent mehr als noch 2011. Der Karneval steht für 2,2 Prozent des Bruttosozialprodukts der Stadt.

          Es geht allgemein wieder aufwärts für die Stadt, die 2005 so hart vom Wirbelsturm Katrina getroffen wurde. Katrina hat nicht nur vielen Menschen das Leben gekostet und schwere Verwüstungen angerichtet, sie hat auch dem für New Orleans so wichtigen Tourismusgeschäft geschadet. Im Jahr vor Katrina kam eine Rekordzahl von 10,1 Millionen Besuchern in die Stadt, 2006 waren es nur 3,7 Millionen. Seither ging es stetig wieder bergauf, aber selbst 2013, dem letzten Jahr mit verfügbaren Zahlen, als 9,3 Millionen Menschen kamen, war das Niveau vor Katrina noch nicht wieder erreicht. Auch die Einwohnerzahl von New Orleans ist noch nicht wieder auf den früheren Stand zurückgekehrt. Heute zählt die Stadt rund 378000 Einwohner, vor Katrina waren es 455000.

          „Mardi Gras“ war seit Katrina immer ein Symbol für die Widerstandskraft von New Orleans. Das wird auch diesmal so sein, umso mehr als 2015 der zehnte Jahrestag von Katrina ansteht.

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