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Facebook kauft Whatsapp : Mark Zuckerbergs Mega-Deal

Schon jetzt gemeinsam auf mehreren hundert Millionen Smartphones installiert: Facebook und Whatsapp Bild: ZB

19 Milliarden Dollar für Whatsapp: Mit einer Akquisition der Superlative kauft Facebook seinen Wettbewerber - und entledigt sich einer Bedrohung.

          Es ist eine Akquisition der Superlative: Das soziale Netzwerk Facebook zahlt 19 Milliarden Dollar in bar und eigenen Aktien für seinen Wettbewerber Whatsapp. So viel Geld haben selbst manche ungleich finanzkräftigere Unternehmen noch nie für einen Zukauf ausgegeben, weder Apple noch Google noch Microsoft. Es ist auch die mit Abstand teuerste Transaktion für Facebook, weit vor dem 2012 zugekauften Fotodienst Instagram, der weniger als eine Milliarde Dollar kostete. Und es ist ein atemberaubend hoher Preis für ein Unternehmen, das sich zwar als profitabel bezeichnet, aber für das Umsätze bislang nach eigenem Bekunden nur eine untergeordnete Rolle spielen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Aber Whatsapp gehört zu den Senkrechtstartern der Internetbranche und ist zunehmend zu einer Bedrohung für Facebook geworden. Whatsapp ist eine Anwendung („App“) für Smartphones, die das Versenden von Kurzmitteilungen erlaubt. Anders als bei einer SMS fallen dabei keine Kosten an, sogar das Herunterladen der Anwendung ist umsonst, erst nach einem Jahr berechnet Whatsapp eine jährliche Gebühr von 89 Cent (99 Cent in den Vereinigten Staaten).

          Erst 2009 gegründet

          Whatsapp wurde 2009 vom gebürtigen Ukrainer Jan Koum und dem Amerikaner Brian Acton gegründet. Obwohl das Unternehmen aus dem kalifornischen Silicon Valley stammt, verbreitete sich die Anwendung zuerst vor allem in Europa und anderen Auslandsmärkten. Noch heute bekomme Whatsapp auf dem Heimatmarkt noch nicht „die Aufmerksamkeit, die es verdient“, wie Facebook-Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg am Mittwoch in einer Telefonkonferenz sagte. In Deutschland hat Whatsapp 30 Millionen monatliche Nutzer – was einem stattlichen Anteil an der globalen Whatsapp-Gemeinde von 450 Millionen Mitgliedern entspricht. Diese globale Nutzerzahl hat sich allein in den vergangenen neun Monaten mehr als verdoppelt, wie die Wagniskapitalgesellschaft Sequoia, die zu den Investoren bei Whatsapp gehört, in einem Blogeintrag schrieb.

          Facebook-Chef Mark Zuckerberg

          Facebook ist mit 1,2 Milliarden Nutzern noch deutlich größer, aber das Unternehmen spürte zuletzt mehr Druck von Wettbewerbern und hat außerdem zugegeben, dass Teenager in Amerika die Seite nicht mehr so oft besuchen. Es sind vor allem spezialisierte Smartphone-Apps wie eben Whatsapp, der Fotodienst Snapchat und auch die hauseigene Konkurrenz von Instagram, die für Furore sorgen. Facebook soll im vergangenen Jahr auch versucht haben, Snapchat für 3 Milliarden Dollar zu übernehmen, kam aber nicht zum Zuge.

          Facebook hat schon einen Messenger

          Neben den Zukäufen hat sich Facebook auch bemüht, selbst Alternativen zu den neuen Konkurrenten zu entwickeln, mit wechselndem Erfolg. So ist zum Beispiel die mit Whatsapp konkurrierende Anwendung Facebook Messenger sehr populär, dagegen wurde der Snapchat-Angreifer Facebook Poke zum Flop.

          WhatsApp-Mitgründer Jan Koum zieht in den Verwaltungsrat von Facebook ein.

          Vom Kaufpreis will Facebook 4 Milliarden Dollar in bar bezahlen und sich dabei aus seinen Barvorräten von zuletzt 11,5 Milliarden Dollar bedienen. Weitere 12 Milliarden Dollar sollen mit Facebook-Aktien beglichen werden. Zusätzlich sollen die Whatsapp-Gründer und –Mitarbeiter Bezugsrechte für Facebook-Aktien im Wert von 3 Milliarden Dollar bekommen. Die bisherigen Whatsapp-Anteilseigner werden nach der Transaktion knapp 8 Prozent an Facebook halten.

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