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Exklusiv in der F.A.Z. : Wirtschaft fühlt sich von Plänen zu Rente 63 überrumpelt

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Bild: dpa

Arbeitgeber fordern Erleichterungen für die Beschäftigung von Rentnern, Eni-Chef Scaroni fordert in Europa die „Vereinigten Staaten für Energie“ und der Schweizer Uhrenkonzern Swatch ist zufrieden mit dem ersten Quartal.

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          Wirtschaft fühlt sich von Plänen zu Rente 63 überrumpelt

          Die deutsche Wirtschaft fühlt sich nach Recherchen der F.A.Z. von den jüngsten Plänen der Bundesregierung, das Renteneintrittsalter auf 63 Jahre zu senken, überrumpelt. „Die Rente mit 63 hat unser Unternehmen kalt erwischt“, sagte Daniel Eisler, Personalleiter beim Maschinenbauer Wenzel Group GmbH & Co KAG, der F.A.Z. „Unsere Personalplanung gerät damit gründlich durcheinander.“ Erfahrene Mitarbeiter verließen das Unternehmen nun früher als gedacht. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) sieht viele Vorbereitungen in den Betrieben im Hinblick auf längere Lebensarbeitszeiten entwertet. Spätestens mit Einführung der Rente mit 67 hätten sie die Herausforderung des demographischen Wandels angenommen und sich „für die Umsetzung dieser politischen Entscheidung gegenüber ihren Belegschaften stark gemacht“, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse.

          Arbeitgeber fordern Erleichterungen für die Beschäftigung von Rentnern

          Die Arbeitgeber wollen ein Signal gegen die Rente mit 63 setzen und verlangen nach Informationen der F.A.Z. Erleichterungen für die Beschäftigung von Rentnern. „Wenn Arbeitgeber und Arbeitnehmer dies wollen, muss eine Beschäftigung auch noch im Rentenalter möglich sein“, forderte die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) am Mittwoch in Berlin. Allerdings verhinderten die schlechten arbeitsrechtlichen und sozialrechtlichen Voraussetzungen bisher, dass das Potential derer besser genutzt werde, die das Rentenalter schon erreicht hätten, heißt es in einem Papier, das der F.A.Z. vorliegt. Die Arbeitgeber treibt die Sorge um, dass die Rente mit 63 den Fachkräftemangel verschärft, weil weniger Ältere bereit sein dürften, länger zu arbeiten.

          Eni-Chef Scaroni fordert in Europa die „Vereinigten Staaten für Energie“

          Der Geschäftsführer des italienischen Öl- und Gaskonzerns Eni, Paolo Scaroni, fordert auf dem europäischen Energiemarkt einen engeren Zusammenschluss und eine Bündelung der Kräfte. „Die Politik der einzelnen Länder folgt unterschiedlichen und manchmal ganz gegensätzlichen Prioritäten, etwa mit der Konzentration auf erneuerbare Energie in Deutschland, Spanien und Italien, auf neue Kernkraftwerke in Großbritannien, während die wiederum in Deutschland abgeschaltet werden“, sagte Scaroni im Gespräch mit der F.A.Z. Auch seien in der Europäischen Kommission die Kompetenzen zwischen den Kommissaren für Energie, Industrie, Wettbewerb, Umwelt oder Außenpolitik zersplittert, und es gebe keine Koordination unter diesen Ressorts. „In den Vereinigten Staaten von Amerika macht auch nicht jeder Teilstaat seine eigene Energiepolitik“, sagte Scaroni weiter. „Die Energie ist so lebenswichtig, dass dieses Prinzip auch für Europa gilt: Wenn wir die Vereinigten Staaten von Europa schaffen wollen, brauchen wir auch die Vereinigten Staaten für die Energie.“

          Schweizer Uhrenkonzern Swatch ist zufrieden mit dem ersten Quartal

          Der Schweizer Uhrenkonzern Swatch zeigt sich trotz der Belastungen in China und durch die Krimkrise zufrieden mit dem Geschäftsverlauf seit Jahresanfang. „Das erste Quartal verlief sehr viel versprechend“, sagte Marc Alexander Hayek, in einem Gespräch mit der F.A.Z. „Setzt sich der Trend fort, werden wir im Gesamtjahr den Umsatz selbst in Schweizer Franken steigern können.“ In China habe Swatch „nur einen leichten Rückgang“ im Absatz verzeichnet. „Die Krim-Krise und die Lage in der Ukraine wirken sich bisher nicht spürbar auf unsere Geschäfte aus“, sagte der Sohn des Vorstandsvorsitzenden von Swatch, Nick Hayek, weiter.

          Kleingeldsammlern drohen Bankgebühren bei Umtausch

          Wer sein Kleingeld zu Hause sammelt und dann bei der Bank in Scheine umtauschen oder auf sein Konto einzahlen will, muss laut einem Bericht der F.A.Z. mit Bankgebühren rechnen. Bei der Sparkasse Köln-Bonn kostet die Entgegennahme von nicht gezähltem, losem Hartgeld für Kunden 3 Euro je Sicherheitstasche („Safe Bag“). Die meisten Kreditinstitute erheben dem Bericht zufolge keine Gebühren, wenn das Geld auf das Konto des Kunden eingezahlt wird. Teuer kann es allerdings werden, wenn das Geld auf ein fremdes Konto oder wie in den Preisaushängen zu lesen „zugunsten Dritter“ eingezahlt wird. Kostenlos tauschen kann jeder Bürger seine Euro- und Eurocentmünzen in den insgesamt 41 Filialen der Deutschen Bundesbank – und das in beliebiger Stückzahl.

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