https://www.faz.net/-gqe-7pipx

Exklusiv in der F.A.Z. : Pflegekassen bunkern mehr als 6 Milliarden Euro

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Finanzreserven der staatlichen Pflegeversicherung haben ein neues Rekordniveau erreicht. Erstmals in der 20-jährigen Geschichte der Versicherung wurde die Marke von 6 Milliarden Euro überschritten.

          3 Min.

          Pflegekassen bunkern mehr als 6 Milliarden Euro

          Die Finanzreserven der staatlichen Pflegeversicherung haben ein neues Rekordniveau erreicht. Erstmals in der 20-jährigen Geschichte der Versicherung wurde die Marke von 6 Milliarden Euro überschritten. Ende 2013 hatten die Pflegekassen Rücklagen von 6,17 Milliarden Euro. Das bestätigte das Gesundheitsministerium der F.A.Z. Das Geld reicht aus, um die Kassenausgaben drei Monate lang komplett zu finanzieren. „Die gute Beschäftigungs- und Lohnentwicklung sowie der moderate Anstieg der Ausgaben haben zu diesem positiven Ergebnis beigetragen“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Grund für den Anstieg ist der unerwartet hohe Jahresüberschuss von 630 Millionen Euro. Nach den unlängst abgeschlossenen Berechnungen des Gesundheitsministeriums erreichten sowohl die Ausgaben mit 24,33 Milliarden Euro als auch die Einnahmen mit 24,96 Milliarden Euro neue Höchststände. Hier spielte die stetig wachsende Zahl der Hilfeempfänger auf mehr als 2,5 Millionen genauso eine Rolle wie die Ausweitung der Leistungen insbesondere für Demenzkranke. Die Kosten für die vollstationäre Pflege überstiegen erstmals 10 Milliarden Euro. Der dem Volumen nach größte Anstieg wurde bei den Geldleistungen verzeichnet: Sie wuchsen um 600 Millionen auf 5,9 Milliarden Euro. Sie sind der zweitgrößte Ausgabeposten der Versicherung vor Pflegesachleistungen mit 3,3 Milliarden Euro.

          EZB nähert sich negativem Zinssatz

          Die Europäische Zentralbank nähert sich einer Entscheidung für negative Einlagenzinsen. Allerdings wehrt sich Chefvolkswirt Peter Praet gegen die Meldung des „Spiegel“, er habe sich schon festgelegt, dass der Leitzins von 0,25 auf 0,15 Prozent und der Einlagenzinssatz auf minus 0,1 Prozent sinken solle. Wie die F.A.Z. meldet, wurde eine entsprechende Geschichte des „Spiegel“ im EZB-Direktorium als „absurd“ abgetan. Ein negativer Einlagenzins wäre ein Novum. Er hätte zwei Effekte: Zum einen würden Banken mit Kosten belegt, die Geld bei der EZB parken, statt es zu verleihen. Zum anderen würde der Wechselkurs wohl gedämpft. Aber es gibt im EZB-Führungsgremium auch starke Zweifel, ob das Instrument Negativzins wirklich taugt. „Der Negativzins hat einige unbeabsichtigte, negative Nebenwirkungen“, sagte ein Mitglied des EZB-Direktoriums der F.A.Z. Unter Wissenschaftlern ist das Instrument ebenfalls umstritten. „Das hätte eher eine symbolische Funktion“, sagt Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Der Strafzins würde die Überschussliquidität der Banken reduzieren, die derzeit etwas über 100 Milliarden Euro beträgt. „Aber er würde sich kaum auf die Kreditvergabe der Banken an Unternehmen auswirken“, sagt der DIW-Ökonom. Der Geldtheorieprofessor Manfred Neumann von der Universität Bonn lehnt einen negativen Einlagenzins ab: „Die Banken so zu mehr Kreditvergabe zwingen zu wollen zeigt, die Herren sind am Ende ihres Lateins.“

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Problemimmobilien : Kaputte Verhältnisse

          Hochhausruinen, überbelegte Altbauwohnungen, verwahrloste Siedlungen: In Deutschland gibt es zigtausend Problemimmobilien, besonders viele in Nordrhein-Westfalen. Dort nennt man viele Ursachen und immer wieder den Namen eines Unternehmens.

          Paris St. Germain : Tuchel und der ewige Ärger mit seinen Stars

          Nicht nur die Niederlage in Dortmund setzt Paris St. Germain zu. Auch die Eskapaden der besten Spieler um Neymar sorgen für Ärger. Nun taucht ein Video auf, das Trainer Thomas Tuchel ganz und gar nicht erfreut.

          Keine Stadt wie andere : Hamburg wählt sich selbst

          An diesem Sonntag wird die Hamburger Bürgerschaft gewählt. Die Stadt diskutiert, was sie ist, was sie bleiben und was sie werden will. Eine Geschichte über den Hafen, den Hundekot – und die Ungeduld.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.