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Mit dem Hyperloop : Von Washington nach New York – in 29 Minuten?

Der Prototyp Hyperloop One Bild: AFP

Tesla-Chef Elon Musk lässt jetzt buddeln: Für ein futuristisches Verkehrskonzept darf der Visionär testweise in Amerikas Hauptstadt bohren. Es geht um nicht weniger als eine Revolution.

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          Der amerikanische Entrepreneur Elon Musk ist der Mann der Träume, die zu großen Ideen führen. Im Januar hat er ein Tesla-Cabriolet zum Mars geschickt. Das bot sich an, weil seine Firma Space X Raketen entwickelt und baut, während seine Firma Tesla Autos produziert, wenn auch eine Idee langsamer, als Musk versprochen hatte. Ein Wunder ist das nicht. Die Aufgaben, die mit der Führung dieser beiden Firmen und einer weiteren, die Solaranlagen baut und installiert, verbunden ist, füllt eine gewöhnliche Persönlichkeit komplett aus.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Doch Musk leistet sich noch ein Hobby, das nach eigenen Angaben rund zwei Prozent seiner Zeit beansprucht: Er lässt Löcher buddeln. Seine im vorigen Jahr gegründete Boring Company hat die Mission, den Tunnelbau zu revolutionieren. Genauer gesagt soll Boring die Kosten für Tunnel um 90 Prozent schrumpfen lassen.

          Idee klingt ziemlich verrückt

          Geringe Kosten sind zentral für die Durchsetzung einer futuristischen Fortbewegungsmethode, die Musk sich in den Kopf gesetzt und dann auf Twitter ausgebreitet hat. Durch die Tunnel sollen Röhre führen. Sie bekommen einen Schienenstrang und elektromagnetische Felder. Dafür wird die Luft herausgelassen. Durch die vakuumisierte Röhren schnellen große Kapseln in höchster Geschwindigkeit von mehr als 1000 Stundenkilometer. In diesen Kapseln sitzen Menschen, präziser gesagt Pendler. Hyperloop heißt das Konzept, das Metropolen in ganz Amerika verknüpfen will. Die Fahrtzeit zwischen San Francisco und Los Angeles würde von jetzt gut sechs Stunden auf eine halbe Stunde verkürzt werden, wenn sich die Realität an Musks Blaupausen hält.

          Die Idee klingt ziemlich verrückt. Doch zugleich ist Musk ein Mann, der größte Herausforderungen meistert. Sein Elektroauto Tesla kann sich vor Bestellungen für die neue 3er-Reihe kaum retten, das Unternehmen ist gemessen am Börsenwert ungefähr so viel wert wie Ford. Seine Weltraum-Raketen sind zu historischen Missionen unterwegs. Um Geld für seine Boring Company zu sammeln, hat er nach eigenen Angaben Ende Januar 20.000 Flammenwerfer im Kombi-Pack mit Feuerlöschern verkauft und Millionen erlöst.

          Ende Oktober 2017 hatte Musk ein Foto veröffentlicht, das einen 151 Meter langen Tunnel zeigt, den die Boring Company unter Los Angeles gebohrt hat. Die Stadtregierung der kalifornischen Metropole hat Musk erlaubt, einen 3200 Meter langen Tunnel zu bohren. Zunächst soll die Röhre für den Nahverkehr genutzt werden, später für den Westküsten-Hyperloop.  

          Jetzt hat der Unternehmer auch eine Genehmigung für probeweise Aushebungsarbeiten in der Bundeshauptstadt Washington bekommen. Deren Bürgermeisterin Muriel Bowser hatte sich den Tunnel in Los Angeles angeguckt und Probebohrungen zugestimmt. Auch im benachbarten Maryland darf Boring bereits buddeln. Der Ostküsten-Hyperloop soll Washington mit Baltimore, Philadelphia und New York verbinden. Auch hier dauerte die längste Fahrt 29 Minuten, so die Planungsskizze. 

          Im Nordosten der Vereinigten Staaten führt Boring dank einer Genehmigung der Bundesstaaten Ohio und Illinois inzwischen eine Machbarkeitsuntersuchung für einen Hyperloop durch, der Chicago mit Cleveland verbindet. Sage niemand, Musk meine es nicht ernst.

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