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Drittunternehmen : Tausendsassa Musk

Elon Musk auf einer Start-Up-Messe in Hongkong Ende Januar 2016 Bild: Reuters

Man kennt ihn als Chef von Tesla wie auch Space X. Doch Elon Musk spielt auch beim weniger bekannten Solarspezialisten Solar City eine große Rolle. Doch der hat eine miserable Woche hinter sich.

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          Elon Musk ist ein vielbeschäftigter Mann. Er ist Vorstandsvorsitzender des Elektroautoherstellers Tesla Motors und hat die gleiche Position beim Raumfahrtspezialisten Space X. Mit beiden Unternehmen hat er viel erreicht. Tesla hat er zu einer begehrten Premiummarke gemacht und damit der Elektromobilität insgesamt zu einem Schub verholfen. Und er hat mit Space X die Privatisierung der Raumfahrt in Amerika vorangetrieben und ist zu einem wichtigen Partner der Raumfahrtbehörde Nasa geworden.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Nebenbei findet er noch Zeit, sich mit anderen futuristischen Projekten zu beschäftigen. Zum Beispiel mit Plänen für eine Hochgeschwindigkeitsbahn namens „Hyperloop“, die nach seiner Vorstellung eines Tages Menschen in dreißig Minuten von Los Angeles nach San Francisco bringen soll.

          Weniger bekannt

          Aber selbst das ist Musk nicht genug, denn er spielt noch bei einem anderen Unternehmen eine große Rolle, das in der Öffentlichkeit weitaus weniger Beachtung findet als Tesla oder Space X. Musk ist größter Einzelaktionär und Vorsitzender des Verwaltungsrats (Chairman) bei Solar City, einem Spezialisten für Solarenergie, der wie Tesla und Space X in Kalifornien beheimatet ist. Solar City installiert Solaranlagen für Privathaushalte und auch für Unternehmen, Schulen und Behörden.

          Gegründet wurde das Unternehmen von den Brüdern Lyndon und Peter Rive, die Cousins von Elon Musk sind. Die Mütter von Musk und den Rive-Brüdern sind Zwillinge. Lyndon Rive ist Vorstandsvorsitzender von Solar City, sein Bruder fungiert als Technologievorstand. Musk besitzt mehr als 20 Prozent der Aktien an Solar City und damit einen ähnlich hohen Anteil, wie er ihn auch an Tesla hält.

          Solar City bezeichnet sich selbst als den größten Anbieter von Solarenergie in den Vereinigten Staaten. Das Unternehmen ist in knapp zwanzig amerikanischen Bundesstaaten vertreten und hat nach eigenen Angaben schon Zehntausende Privathäuser mit Solaranlagen versorgt. Zu den Unternehmenskunden gehören Technologiekonzerne wie Hewlett-Packard und Intel oder der Einzelhandelsgigant Wal-Mart.

          Miserable Woche

          Allerdings hat das Unternehmen, das vor etwas mehr als drei Jahren an die Börse gegangen ist, eine miserable Woche hinter sich. Der Quartalsbericht von Solar City löste einen dramatischen Kursrutsch der Aktie aus, die an einem einzigen Tag fast 30 Prozent an Wert verlor. Insgesamt ist der Aktienkurs seit Jahresbeginn nun um rund zwei Drittel gefallen. Entsprechend hat auch Musks Anteil am Unternehmen erheblich an Wert verloren.

          Solar City gab in seinem Quartalsbericht zu, weniger Solaranlagen installiert zu haben als erhofft. „Wir sind nicht glücklich mit diesen Ergebnissen,“ sagte Lyndon Rive in einer Mitteilung. Vor allem im Geschäft mit Unternehmenskunden habe es Schwächen gegeben, wohingegen die Installationen in Privathaushalten die Erwartungen übertroffen hätten. Für zusätzlichen Druck auf Solar City sorgte kürzlich eine Entscheidung im amerikanischen Bundesstaat Nevada, finanzielle Anreize für die Installation von Solaranlagen zurückzufahren. Solar City hat daraufhin seine Aktivitäten in Nevada eingestellt.

          Aktienhoch trotz Verlust

          Besser als Solar City erging es in der vergangenen Woche Tesla. Der Autohersteller legte Quartalszahlen vor und meldete dabei zwar einen überraschend hohen Verlust, erfreute die Finanzmärkte aber mit der Vorhersage, in diesem Jahr deutlich mehr Autos auszuliefern als 2015. Außerdem liegt Tesla nach eigener Aussage weiter im Plan, Ende März sein nächstes Modell vorzustellen, das dann Ende 2017 auf den Markt kommen soll. Dieses Fahrzeug soll deutlich billiger sein als die bisherigen Tesla-Modelle, und Musk hofft, damit ein breiteres Publikum anzusprechen.

          Die Nachrichten bescherten der Aktie von Tesla einen Kursgewinn. Allerdings ist auch Tesla in jüngster Zeit an der Börse unter Druck geraten. Trotz des Kursanstiegs aus der vergangenen Woche hat die Aktie seit Jahresbeginn mehr als ein Drittel an Wert verloren. Elon Musks Vermögen ist also in diesem Jahr erheblich geschrumpft.

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