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Auswirkung auf Rohstoffpreise : Die neue Furcht vor El Niño

1998 waren die Folgen von El Niño besonders stark (Sturmwellen vor Ventura, Kalifornien) Bild: AP

Ein Wetterphänomen, das immer wieder die Pazifikanrainer erschüttert, bringt Dürren, Fluten und Hunger. Auch der IWF warnt, weil dessen Folgen nicht nur das weltweite Klima berühren, sondern auch die Preise für Rohstoffe.

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          Vor Indonesiens Küsten sollen nun Kriegsschiffe die Kinder bergen, die unter dem Rauch der von Palmöl- und Papierherstellern angezündeten Torflandschaften leiden. Zur selben Zeit treffen Taifune Mexiko und die philippinische Küste. Australien bereitet sich auf Trockenheit und Buschbrände im dort nahenden Sommer vor. Auch die Kaffeepflanzer in Vietnam leiden unter Wassermangel. In Indien bringen sich Bauern um, weil der Monsun zu schwach ausfiel. In Amerika hingegen befürchteten sie Sturmfluten. Schuld ist „das Kind“: El Niño, das Wetterphänomen, das immer wieder die Pazifikanrainer erschüttert.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          In diesem Jahr soll es so stark ausfallen, wie nie zuvor seit Beginn seiner Messungen 1950. Liegt die Temperatur über dem Pazifik 0,8 Prozent über dem Normalwert, sprechen australische Wissenschaftler von einem heraufziehenden El Niño. Im Oktober ermittelten sie einen um 2,4 Grad höheren Wert. Sie warnen nun vor „schlimmen Auswirkungen, extremer Trockenheit und in anderen Ecken der Welt Stürmen und Fluten“. Beim ebenfalls außerordentlich starken El Niño 1997/98, in den Jahren der Asienkrise, summierten sich die Schäden auf mehr als 100 Milliarden Dollar. Es kam zu zehntausenden Todesopfern rund um den Pazifik, schätzen Wissenschaftler.

          Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt nun: „Wir schauen auf die Auswirkungen des El Niño, weil die Sorgen wachsen, dass dessen Folgen nicht nur das weltweite Klima berühren, sondern auch die Preise für Rohstoffe und die makroökonomischen Daten unterschiedlicher Länder.“ Aufgrund von Angebotsengpässen könnte es zu einem schnellen Anstieg von Lebensmittelpreisen und damit auch der  Inflation kommen. „Die Änderungen im Wetter-Muster haben ernste Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Fischerei und die Bauindustrie, sowie auf die Preise für Bodenschätze.“ Allerdings ist die Ausgangsbasis in diesem Jahr wenigstens besonders gut:

          Denn die Preise für fast alle Bodenschätze liegen niedrig wie seit langem nicht – es ist also noch Luft nach oben. „Die Abweichung von den Normalwerten ist stark. Aber es ist schwer, den Einfluss von Regen vorherzusagen. Allerdings sollten sich die Bauern sowohl emotional wie auch finanziell in diesem Jahr auf alles vorbereiten“, sagt Agus Santoso, Wissenschaftler am Center für Klimawandel der Universität New South Wales.

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