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Seaworld : Ein Herz für Wale

Seaworld ist berühmt für die Schwertwale oder Orcas in seinen Parks. Bild: REUTERS

Der Freizeitparkbetreiber Seaworld kämpft nach lautstarken Protesten von Tierschützern mit rückläufigen Besucherzahlen und hat die Börse mit schlechten Ergebnissen geschockt. Ein Investitionsprogramm soll die Wende bringen. Peta bleibt unbeeindruckt.

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          Es war keine gute Woche für Seaworld, den Betreiber der bekannten gleichnamigen Meeresparks in amerikanischen Städten wie San Diego und Orlando. Der Aktienkurs des Unternehmens stürzte nach der Vorlage von Quartalszahlen an einem einzigen Tag um fast ein Drittel ab. Die Besucherzahlen in den Parks sind in den ersten sechs Monaten um mehr als 4 Prozent gefallen. Statt eines bislang in Aussicht gestellten Wachstums sagt Seaworld nun für das Gesamtjahr ein Umsatzminus von 6 bis 7 Prozent voraus.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Seaworld ist erst seit vergangenem Jahr an der Börse notiert. Die Parks wurden 2009 für 2,3 Milliarden Dollar von der Beteiligungsgesellschaft Blackstone gekauft, die auch nach dem Wall-Street-Debüt einen Anteil behielt.

          Seaworld ist berühmt für die Schwertwale oder Orcas in seinen Parks. Wegen dieser Tiere ist das Unternehmen aber auch wiederholt in die Negativschlagzeilen geraten. So tötete einer der Wale in Orlando vor vier Jahren eine Trainerin. Der Zwischenfall wurde zum Gegenstand des Dokumentarfilms „Blackfish“, der im vergangenen Jahr in den Kinos zu sehen war.

          Der Film übte Kritik daran, wie die Wale von Seaworld behandelt werden und stellte überdies in Frage, ob solche Tiere überhaupt zu Unterhaltungszwecken in Gefangenschaft leben sollten. Seaworld nannte den Film „fehlerhaft und irreführend“, konnte damit aber die Kontroversen nicht beenden. Im Frühjahr wurde in Kalifornien ein Gesetzentwurf vorgestellt, der den Einsatz von Walen in Shows wie von Seaworld verbieten würde.

          Mehr Wasser für die Wale

          Das Geschäft von Seaworld bleibt von all dem offenbar nicht unberührt. Bei der Vorlage seiner Zahlen würdigte das Unternehmen zwar den Film keines Wortes, gab aber zu, dass die „Aufmerksamkeit in den Medien“ rund um das vorgeschlagene Gesetz in Kalifornien sich negativ auf die Besucherzahlen ausgewirkt habe.

          Ende der Woche startete Seaworld eine Gegenoffensive und stellte ein Investitionsprogramm vor, mit dem das Leben für die Wale in den Parks komfortabler werden soll, unter anderem indem sie mehr Platz bekommen. So sollen sich zum Beispiel die Orcas in San Diego, dem ersten für eine Renovierung vorgesehen Park, künftig in fast 38.000 Kubikmetern Wasser tummeln können, fast doppelt so viel wie heute. Der modernisierte Park soll bis 2018 fertig sein, danach sollen die anderen beiden Seaworld-Standorte in Orlando und San Antonio folgen. Seaworld nannte keine Investitionssumme, nach einem Bericht des „Wall Street Journal“ soll es sich aber um mehrere hundert Millionen Dollar handeln. Weiter kündigte Seaworld an, 10 Millionen Dollar für die Erforschung von Walen in der Wildnis ausgeben zu wollen.

          Seine Kritiker konnte Seaworld mit den Plänen freilich nicht auf seine Seite bringen. Die Tierschutzorganisation Peta ätzte in einer Mitteilung: „Ein größeres Gefängnis ist noch immer ein Gefängnis.“

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