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Hürden für riesige Mine : Adani-Gruppe sucht neue Kohle-Wege

Bild: Reuters

Böse Weihnachtsüberraschung für den australischen Minenentwickler Downer EDI: Der indische Adani-Konzern hat einen Auftrag über 2 Milliarden Dollar gestrichen.

          Die Inder wollen gegen Widerstand von allen Seiten eine der größten Tagebau-Minen für Kohle im Nordosten Australiens öffnen. Zunächst hatten sich die Großbanken aus der Carmichael Mine zurückgezogen, da sie sie für umweltschädlich halten. Dann wuchs der politische Widerstand. Nach jahrelangem Tauziehen aber liegen nun die Genehmigungen vor.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Um das Gelände zu erschließen, braucht Adani allerdings eine 388 Kilometer lange Eisenbahnlinie bis zum Hafen Abbot Point hinter dem Great Barrier-Reef. Dafür sollten zunächst Steuergelder fließen. Dann aber strick das Parlament in Queensland die erwarteten Zuschüsse in Höhe von einer Milliarde Australischen Dollar (650 Millionen Euro).

          Um selber Kosten zu sparen, haben die Inder nun alle Verträge mit Downer gelöst. Sie wollen Carmichael nun nach einem Owner-Operator-Modell betreiben und mit eigener Kraft ausbeuten. Allerdings gelten nur Downer und Konkurrent Thiess als fähig, eine Großförderung von geschätzten 60 Millionen Tonnen Kohle jährlich führen zu können. Gegner der Mine halten den Abgang von Downer für den „größten Sargnagel für Adanis Projekt“.

          Derzeit beschäftigen die Inder in Australien rund 800 Menschen. Bislang haben sie rund 3,5 Milliarden Dollar in Öffnung der Kohlevorkommen im Galilee Basin gesteckt. Es soll eines der größten der Welt sein. Von dort will Adani die Kohle nach Indien verschiffen, wo sie in Kraftwerken verbrannt werden soll. Die australische Regierung betont, ihre Kohle sei sauberer als jene, die Indien bislang verbrennt.

          Der Trend auch in Indien geht aber zu Flüssiggas und erneuerbaren Energien, so dass mehr und mehr Marktteilnehmer zweifeln, ob sich Adanis Großprojekt rechnen werde. Die Inder hatten die Vorkommen 2010 für 500 Millionen Dollar gekauft. Die Internationale Energie Agentur schätzt, dass der weltweite Verbrauch von Kohle bis 2022 nicht weiter steigen werde.

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