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Disney : Die unerbittliche Marketingmaschine

Rund um den Film „Die Eiskönigin - völlig unverfroren“ hat Disney ein wahres Merchandising-Feuerwerk gestartet. Bild: AP

Von Freizeitparks bis Broadway-Shows: Disney versteht es wie kein anderer Medienkonzern, seine Filmfiguren zu verwerten. Der Zeichentrickfilm „Die Eiskönigin“ ist auch ein Jahr nach seiner Veröffentlichung eine Goldgrube.

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          Der amerikanische Unterhaltungskonzern Walt Disney ist berühmt für seine Vermarktungsmaschinerie. Hat Disney einmal eine populäre Figur wie Mickey Mouse oder Aladdin, dann wird sie an vielen Stellen des Konzerns zu Geld gemacht. Die Palette reicht von Film und Fernsehen über Freizeitparks, Spielzeug und Videospielen bis hin zu Broadway-Shows und Kreuzfahrten.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Wie unerbittlich Disney seine Figuren verwertet, zeigt sich derzeit am Erfolgsfilm „Die Eiskönigin – Völlig unverfroren“ (im Original „Frozen“). Es ist schon fast ein Jahr her, dass der Film herausgekommen ist, aber das Geschäft von Disney läuft weiter auf Hochtouren. Vorstandsvorsitzender Bob Iger jubelte jetzt bei der Vorlage von Quartalszahlen, dass er es kaum habe fassen können, wie viele Königinnen Elsa aus dem Film er vor wenigen Tagen bei der Halloween-Parade in New York gesehen habe. Der Handelsverband National Retail Federation unterstrich die Popularität von „Eiskönigin“-Kostümen mit Zahlen und schätzte auf Basis einer Umfrage, dass sich 2,6 Millionen Kinder zu Halloween als eine der Figuren aus dem Film verkleiden wollten. Es dürfte also allein zu Halloween viel Geld in die Kassen von Disney geflossen sein. Ein Elsa-Kostüm wird auf der Internetseite von Disney für 100 Dollar verkauft.

          Der „Eiskönigin“-Effekt hat sich schon im vergangenen Geschäftsquartal, das im September und damit weit vor Halloween endete, in vielen Teilen des Disney-Konzerns niedergeschlagen: Disney führte den Umsatzsprung in seiner Filmsparte unter anderem auf das Geschäft mit DVDs und digitalen Kopien des Films zurück. Die Konsumgütersparte habe von „Eiskönigin“-Lizenzartikeln profitiert, und im Videospielegeschäft habe sich das Smartphone-Spiel „Frozen Free Fall“ positiv bemerkbar gemacht. Und Bob Iger erwartet weiter glänzende Geschäfte. Auch in den Wochen vor Weihnachten werde „Die Eiskönigin“ für Disney „sehr, sehr heiß“ bleiben, sagte er am Donnerstag voraus.

          Disney setzt sich jedenfalls bei der Vermarktung des Films keine Grenzen. So gibt es nach Angaben des Konzerns mittlerweile 35 digitale Bücher und 800 Print-Titel, die sich um „Die Eiskönigin“ drehen. Disney verkauft außerdem eine Karaoke-App für Smartphones mit Liedern aus dem Film. Schon jetzt gibt es eine Eisrevue, die durch amerikanische Städte tourt, und eine Broadway-Show ist in Vorbereitung. Sogar Lebensmittel wie Obst, Saft und Joghurt will Disney demnächst mit einem „Eiskönigin“-Bezug verhökern.

          Dieses ganze Zusatzgeschäft setzt Disney nun auf das schon sehr beachtliche Einspielergebnis in den Kinos drauf, wo die Erfolgsgeschichte vor knapp einem Jahr begann. Insgesamt hat „Die Eiskönigin“ in Kinos auf der ganzen Welt fast 1,3 Milliarden Dollar eingespielt, so viel wie kein anderer Zeichentrickfilm jemals zuvor. Der zweiterfolgreichste Zeichentrickfilm aller Zeiten ist „Toy Story 3“ aus dem Jahr 2010, eine Produktion des zu Disney gehörenden Pixar-Studios. Und mit Blick auf „Toy Story“ lieferte Bob Iger am Donnerstag noch ein weiteres Beispiel für die Endlosverwertung in seinem Konzern: Er kündigte an, dass 2017 ein vierter Teil der Filmreihe in die Kinos kommen soll.

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