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Abbau von Subventionen : Die Solar-Bonanza in Japan ist vorbei

Ein Solarpark nahe Tokio. Bild: dapd

Japans Regierung reduziert die Förderung für Sonnenstrom. Subventionierte Solaranlagen auf Halde werden künftig nicht mehr für die Förderung zugelassen.

          Die Bonanza für die Solarwirtschaft in Japan ist vorbei. Vor vier Jahren begann die Regierung im Gefolge der dreifachen Kernschmelze im Kraftwerk Fukushima Daiichi die erneuerbaren Energien mit hohen Einspeisevergütungen zu fördern. Das Ergebnis war ein drastischer und rasanter Aufbau von Solarkapazität in Japan. Nun müht die Regierung sich, die Geister, die sie rief, wieder in den Griff zu bekommen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Die Einspeisetarife für neue Solarstromanlagen werden reduziert. Zugleich setzt die Regierung von August an Auflagen, wonach neue für die Einspeisung genehmigte Anlagen in einer bestimmten Zeitspanne auch gebaut werden müssen. Sonst wird die im fixen Einspeisetarif für bis zu 20 Jahren garantierte Subvention gekürzt. Die Regierung will damit Geisterprojekten vorbeugen und dazu beitragen, dass die regulären Verbraucher nicht übermäßig mit den Kosten des Ökostroms belastet werden.

          Nach derzeitigen Regeln können Solarstromanbieter sich ein Projekt genehmigen lassen, womit ein Einspeisetarif für 20 Jahre (Haushalte: 10 Jahre) fixiert wird. Doch viele der Projekte werden auf Halde beantragt, um erst viel später gebaut zu werden. Die Solarstromanbieter sichern sich so hohe Einspeisevergütungen, auch wenn in Zukunft die Baukosten dank fallender Panelpreise viel geringer sein dürften. Die Einspeisung wird auch dadurch erschwert, dass das nationale Stromnetz nicht hinreichend ausgebaut ist.

          Nach Angaben des Instituts für erneuerbare Energie in Tokio waren Ende Februar fast 80 Gigawatt Solaranlagen für die Einspeisung genehmigt, aber nur 27 Gigawatt betriebsfähig. Solche Geisterprojekte will die Regierung nicht mehr für die Förderung zulassen. Neu zugelassene Großanlagen mit einer Kapazität von mehr als 10 Kilowatt müssen von August an nach drei Jahren fertiggestellt sein, sonst werden die Subventionen gekürzt. Solaranlagen auf dem Dach verlieren die Einspeisezulassung, wenn sie nicht nach einem Jahr nicht gebaut sind. Japan folgt damit europäischen Vorbildern. Deutschland setzt eine Frist von 2 Jahren, Frankreich von 18 Monaten.

          Japan will so erreichen, dass die Belastung der privaten Haushalte durch die Einspeisesubventionen nicht weiter so drastisch steigt. Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt den Energieversorgern mittlerweile 675 Yen (etwa 6 Euro) im Monat als Beitrag zu den hohen Einspeisevergütungen. Das ist mehr als zehn Mal so viel wie noch 2012.

          Zur Kostensenkung dienen auch niedrigere Einspeisetarife für Neuverträge. Für Großanlagen sind diese schon von 40 Yen (2012) auf derzeit 24 Yen je Kilowattstunde (21 Cent) gesenkt worden. Sie sollen bis 2019 auf 19 Yen fallen. Private Haushalte mit Solarzellen auf dem Dach erhalten derzeit 31 oder 33 Yen je Kilowattstunde.

          Mit den Subventionen hat die Regierung den Anteil des Solarstroms an der Stromerzeugung von weniger als einem halben Prozent 2012 auf zuletzt rund 3,5 Prozent hochgetrieben. Bis 2030 strebt sie im nationalen Energieplan einen Anteil von etwa 7 Prozent an.

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