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Weitere Nachrichten : Deutschland will Griechenland in Eurozone halten

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Eine griechische Euromünze: Aus Griechenland wird Kapital abgezogen. Bild: dpa

Die G20 wollen entschieden gegen die weltweite Wirtschaftsflaute vorgehen. Die Inflation in China fällt auf ein Fünf-Jahrestief. Die Sorgen um die Euro-Zone drücken den Nikkei ins Minus.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich abermals für einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone ausgesprochen. „Deutschlands Politik ist darauf ausgerichtet, Griechenland im Euro zu halten“, sagte Merkel am Dienstagmorgen (MEZ) nach einem Treffen mit Kanadas Ministerpräsidenten Stephen Harper in Ottawa. Und wenn sie das richtig verstehe, sagte Merkel, wolle das auch die Mehrheit der griechischen Bevölkerung.

          Die Bundesregierung lehnt einem Pressebericht zufolge eine von Athen abermals ins Spiel gebrachte Rückzahlung eines griechischen Zwangskredits an Nazi-Deutschland von 1942 aber ab. Das Bundesfinanzministerium hält diese Zwangsanleihe über 476 Millionen Reichsmark der griechischen Zentralbank an Nazi-Deutschland im Rahmen des Reparationsvertrages von 1960 für abgegolten, berichtet die „Bild“-Zeitung (Dienstag) aus einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linken im Bundestag. (dpa-AFX)

          G20 wollen entschieden gegen Wirtschaftsflaute vorgehen

          Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wollen sich einem Papier zufolge verpflichten, bei Bedarf entschieden gegen eine Wirtschaftsflaute vorzugehen. Dafür werde man die Geld- und Haushaltspolitik überprüfen und gegebenenfalls anpassen, heißt es in einem Entwurf für das Kommuniqué des G20-Finanzministertreffens in Istanbul. Darin wird zwar das Wachstum in einzelnen Ländern gelobt. Insgesamt zeichnen Vertreter der Staatengruppe aber ein düsteres Bild der Weltwirtschaft. So verlangsame sich das Wachstum in der Euro-Zone und in Japan.

          In dem Papier, das am Dienstag verabschiedet werden soll, wird auch das geplante Anleihenkaufprogramm der Europäischen Zentralbank gelobt, obwohl es in Deutschland große Bedenken gegen das sogenannte Quantitative Easing gibt. Das Programm werde die Erholung in der Euro-Zone fördern, hieß es. Mit Blick auf die erwartete Zinswende in den Vereinigten Staaten wird in dem Papier gemahnt, vorsichtig vorzugehen und die Schritte anzukündigen.

          Am Montag hatte bereits die Industriestaaten-Organisation OECD vor einer anhaltenden Stagnation gewarnt. Nur mit ehrgeizigen Reformen ließen sich die Konjunktur ankurbeln und die wachsende soziale Ungleichheit in vielen Ländern bekämpfen, erklärte OECD-Generalsekretär Angel Gurria. (Reuters)

          Inflation in China fällt auf Fünf-Jahrestief

          Die Inflation in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt ist auf den niedrigsten Stand seit fünf Jahren gefallen. Im Januar legten die Verbraucherpreise lediglich um 0,8 Prozent zu, wie das amtliche Statistikbüro am Dienstag in Peking mitteilte. Analysten hatten eine Inflation vom 1,0 Prozent erwartet. Im Dezember waren die Verbraucherpreise noch um 1,5 Prozent gestiegen. Die geringe Inflation deutet auf eine Schwäche der chinesischen Wirtschaft hin. Unter Wirtschaftsexperten wächst die Sorge vor einer Deflation. China war im vergangenen Jahr mit 7,4 Prozent so langsam wie seit 24 Jahren nicht mehr gewachsen. (dpa-AFX)

          Sorgen um Euro-Zone drücken Nikkei ins Minus

          Sorgen um die Zukunft der Euro-Zone haben den Investoren in Tokio am Dienstag den Mut genommen. Der Nikkei-Index fiel im Mittagshandel um 0,8 Prozent auf 17.573 Punkte. Der breiter aufgestellte Topix gab um 0,2 Prozent auf 1422 Stellen nach. Der neue griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras hatte eine Verlängerung des Hilfsprogrammes für sein Land ausgeschlossen und bekräftigt, zahlreiche Reformen rückgängig zu machen. Wegen dieser Entwicklung scheuten Anleger das Risiko, sagte Shigemitsu Tsuruta von SMBC Friend Securities.

          Ein Hoffnungsschimmer war Nissan. Der Autobauer hatte seine Gewinnprognose angehoben. Die Aktie stieg um 3,3 Prozent. Dagegen standen Reifenhersteller wegen der Erholung am Ölmarkt auf den Verkaufslisten: Bridgestone gaben um 1,2 Prozent nach. Bei Yokohama Rubber betrug das Minus ein Prozent.

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