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Kolumbien : Der Frieden ist eine Gefahr für den Pfeilgiftfrosch

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Nomen ets omen: der Schreckliche Pfeilgiftfrosch Bild: dpa

In Kolumbien geben die rund 6900 Farc-Guerilleros derzeit ihre Waffen ab. Das hat Auswirkungen bis zum Schrecklichen Pfeilgiftfrosch: Ausgerechnet durch den historischen Friedensprozess ist er bedroht.

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          Schon der Name lässt schaudern: Der Schreckliche Pfeilgiftfrosch gilt als giftigste Froschart weltweit. Kommt sein Gift mit offenen Wunden in Kontakt, ist das für Menschen tödlich. Doch der kleine, gelbe Bewohner von Kolumbiens nördlicher Pazifikzone ist selbst bedroht - und zwar ausgerechnet durch den Friedensprozess in dem lange vom Rebellenkonflikt erschütterten Land.

          Im Zuge des Friedensvertrages der Regierung mit den Farc-Rebellen legen die rund 6900 Guerilleros derzeit in 26 Entwaffnungszonen unter UN-Kontrolle ihre Waffen ab, bis Ende Mai soll die linke Guerilla Geschichte sein. Auch einen Friedensvertrag mit der kleineren ELN-Guerilla strebt die Regierung an. Die Einigung ist wichtig, damit jene Rebellen nicht in früheren Farc-Gebieten die Kontrolle übernehmen. Doch mit dem Abzug aus den von der Guerilla bisher kontrollierten Gebieten geben die Rebellen auch den Zugang zum Regenwald wieder frei, in dem der Frosch zu Hause ist - und damit den Weg für seine Jäger, die das Gebiet jahrzehntelang eher mieden.

          Wegen seiner grellgelben Färbung ist Phyllobates terribilis - so der wissenschaftliche Name - auch als Goldener Giftfrosch bekannt. Er wird zwischen zwei und fünf Zentimeter lang und lebt in den riesigen Regenwäldern auf Höhe des Departements Chocó in der Nähe der Grenze zu Panama. Wertvoll ist der auf der Roten Liste als „stark gefährdet“ eingestufte Lurch vor allem wegen des Abwehrgiftes in seiner Haut. Damit haben ausländische Labors erfolgreich Schmerzmittel entwickelt, die ähnliche Eigenschaften haben wie Morphin, aber nicht seine Suchtwirkung.

          Die Jagd auf die Pfeilgiftfrösche und ihr Verkauf nach Europa und Nordamerika begannen in den 70er Jahren. Innerhalb Kolumbiens war die Amphibie durch den bewaffneten Konflikt relativ gut geschützt. Doch mit dem Friedensprozess und dem damit einhergehenden freien Zugang zu „ehemals unzugänglichen Zonen“ habe sich die Lage für dieses und andere Tiere verändert, erklärt der für den Regenwald verantwortliche Mitarbeiter der regionalen Behörde für die nachhaltige Entwicklung von Chocó (Codechocó), Sidney Moreno.

          „Wir glauben, dass (der Konflikt) die Arten und Ressourcen irgendwie bewahrt hat“, erklärt der Biologe. Die bestehenden Maßnahmen zum Schutz der Tierwelt seien nicht genug. Für Moreno ist die Präsenz der Frösche in den Regenwäldern von Chocó nicht zuletzt wegen ihrer regulierenden Funktion für die Umwelt essenziell. „Sie helfen, die Populationen von Insekten zu kontrollieren, die Nutzpflanzen schaden und bei Menschen heimische Krankheiten wie Malaria übertragen.“

          Zuletzt verstärkte die Regierung die Überwachung von sieben Korridoren für den Handel mit Pfeilgiftfröschen mit Kontrollen an den Land-, Luft- und Binnenhäfen des Landes. Amphibien-Händler haben jedoch Methoden zur Ausfuhr der Frösche unter dem Radar der Behörden entwickelt - wie etwa den Verkauf von Kaulquappen, die im Ausland bis zu 500 US-Dollar (474 Euro) einbringen.

          Der Amphibien-Experte am Biologischen Forschungsinstitut Alexander von Humboldt, Andrés Acosta, gibt zu bedenken, dass eine Jagd auf die Frösche eigentlich vergeblich ist: Das Gift, das sie über ihre Haut absondern, produzieren sie nur in ihrem natürlichen Umfeld, wo sie sich von bestimmten Insekten ernähren. „In Gefangenschaft verliert sich das Gift.“

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