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Fälschungen : Der Betrug mit Manuka-Honig

Starlet Kourtney Kardashian schwört nicht nur auf Manuka-Honig, sie ist auch Werbebotschafterin. Bild: AFP

Manuka-Honig für die Haut: Darauf schwören Promi-Damen. Doch oft genug ist dieser nicht echt. Ein Problem für Neuseelands Imker.

          Von Vorsicht Falle: Der hochpreisige Manuka-Honig, den Neuseeland rund um die Welt verkauft, könnte nicht echt sein. Das zumindest hat eine Untersuchung der Zeitung The Sunday Times ergeben, bei der „Hunderte von Proben“ analysiert wurden. Prominente wie die Schauspielerein Scarlett Johansson oder Kourtney Kardashian und Gwyneth Paltrow werben seit langem für die positiven Eigenschaften von Manuka-Honig etwa für ihre Haut.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Etliche Ladenketten in Großbritannien und Amerika haben den Honig nach dem Bericht aber nun aus den Regalen genommen. Ein Glas kann durchaus bis zu 45 Euro kosten. Allerdings fiel schon vor längerer Zeit auf, dass weltweit rund 10.000 Tonnen „Manuka-Honig“ verkauft werden, obwohl Neuseeland nur die Produktion von 1700 Tonnen ausweist. Ähnliches gilt etwa für den „Tee aus Darjeeling“, der in Wirklichkeit oft nicht aus dem indischen Anbaugebiet, sondern aus Sri Lanka stammt.

          Kritik in schwerer Zeit

          „Es gab nie einen verlässliche, wissenschaftliche Definition von Manuka-Honig“, erklärte nun Paul Dansted, Direktor des neuseeländischen Ministeriums für Grundstoffindustrien. Er kündigte an, die Regierung werde nun allerdings bald einen eigenen Test vorstellen. Der Verband der Manuka-Honig-Hersteller begrüßte die Untersuchung weil er davon ausgeht, dass nun Betrüger identifiziert und verfolgt werden können. Der echte Manuka-Honig wird gewonnen, indem Bienenkörbe nah an Manuka-Büschen platziert werden. Die Honigbauern in Neuseeland nutzen sogar Hubschrauber, um die wilden Büsche ausfindig zu machen und setzen dann in deren Nähe ihre Bienenstöcke aus.

          Die Kritik trifft die neuseeländischen Imker in schweren Zeiten: Aufgrund der Wetterkapriolen dürfte die Ernte in diesem Jahr die schwächste in mehr als 20 Jahren sein. Comvita, der führende Exporteur von Manuka-Honig, warnte gerade davor, dass die eigene Ernte 60 Prozent unter derjenigen des Vorjahres bleiben werde. Statt mit den erwarteten 974 Tonnen Manuka rechnet das Unternehmen nun nur noch mit einer Ausbeute von 380 Tonnen. Der Gewinn nach Steuern werde damit von 17,1 Millionen Neuseeland-Dollar (11,6 Millionen Euro) auf nur 5 bis 7 Millionen schmelzen. Und die Honigliebhaber ahnen: Der echte Manuka-Honig, dann ausgestattet mit einem Zertifikat der Regierung, dürfte sprunghaft noch teurer werden.

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