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Einkommensunterschiede : Das Silicon Valley wird immer reicher

Schönes San Francisco: Die Mieten im Silicon Valley sind seit dem Internetboom enorm angestiegen. Bild: dapd

In der kalifornischen Technologieregion liegen die Einkommen weit über dem Landesdurchschnitt. Das schürt Unzufriedenheit und lässt Unternehmen wie Google zur Zielscheibe von Protesten werden.

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          Google und andere Internetkonzerne aus dem kalifornischen Silicon Valley werden seit einiger Zeit immer wieder zur Zielscheibe für Proteste. Den Unternehmen wird vorgeworfen, dass ihre hochbezahlten Mitarbeiter die Lebenshaltungskosten in San Francisco und der umliegenden Technologieregion in die Höhe treiben.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Eine neue Studie bestätigt nun, dass das Silicon Valley immer reicher wird. Die Organisation „Joint Venture Silicon Valley“, eine Interessengemeinschaft aus lokaler Wirtschaft und Politik, meldet, dass die Zahl der Haushalte mit einem Jahreseinkommen von mindestens 150.000 Dollar im vergangenen Jahr um 25.000 gestiegen ist. Damit liegen nun 29 Prozent aller Haushalte über dieser Marke, im Jahr zuvor waren es noch 26 Prozent.

          Mit diesen Zahlen stellt das Silicon Valley den Rest des Bundesstaates Kalifornien und auch der ganzen Vereinigten Staaten weit in den Schatten. In ganz Kalifornien liegt der Anteil von Haushalten mit einem Mindestverdienst von 150.000 Dollar bei 14 Prozent, in ganz Amerika sogar nur bei 10 Prozent.

          Das mittlere Haushaltseinkommen im Silicon Valley beträgt 94.572 Dollar und stieg im vergangenen Jahr um 1,3 Prozent. Auch damit liegt das Silicon Valley deutlich vor dem Gesamtwert für Kalifornien (61.320 Dollar) und die Vereinigten Staaten (53.291 Dollar).

          Auch an anderen Indikatoren lässt sich ablesen, dass es dem Silicon Valley besser geht. So haben hier mehr Menschen eine Krankenversicherung als im Rest des Bundesstaates und des Landes, und die Armutsraten sind deutlich niedriger.

          Auch im Silicon Valley: ein Obdachlosenlager nahe San Jose.

          Russell Hancock, der Vorstandschef der Organisation hinter der Studie, sieht diese Entwicklung mit Sorge. „Das Silicon Valley wird zu einem anderen Ort,“ sagte er dem „Wall Street Journal“. Die Einkommensschere gehe schneller auseinander, die Mittelschicht verschwinde, und es gebe Anzeichen für wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung.

          Ein Indiz dafür, wie sich der Reichtum der Region niederschlägt, lieferte in dieser Woche auch der Immobiliendienst Zumper mit einer Studie zu Wohnungspreisen. Demnach waren Zwei-Zimmer-Wohnungen im August in keiner größeren Stadt Amerikas so teuer wie in San Francisco. Die Monatsmiete lag hier nach Angaben von Zumper bei 3100 Dollar. Dahinter folgten New York mit 2995 Dollar und Boston mit 2250 Dollar.

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