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Chefin der Notenbank Fed : „Das Finanzsystem ist stabiler geworden“

Janet Yellen, Chefin der amerikanischen Notenbank Bild: AFP

Die Chefin der amerikanische Notenbank hat die Banken wegen eines zum Teil ungesetzlichen und unethischen Geschäftsgebarens scharf kritisiert. Trotzdem sieht Yellen inzwischen Fortschritte bei den großen Instituten.

          Die Chefin der amerikanischen Notenbank, Janet Yellen, macht große Banken mit verantwortlich für die Finanzkrise. Zugleich glaubt die Chefin der Fed, dass sie sicherer geworden sind dank der Regulierung. Das hat sie in einer Rede in New York gesagt. In einem bemerkenswerten Ausmaß hätten große und komplexe Finanzinstitutionen das Epizentrum der Krise gebildet. Sie wären auf exzessive Weise Risiken eingegangen, die zu Krise geführt hätten.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Yellen reagierte mit diesen Aussagen indirekt auch auf Vorhaltungen demokratischer Politiker unter der Führung der Senatorin Elizabeth Warren, eine der schärfsten Bankenkritiker des Landes. Sie und ihre Kollegen hegen den Verdacht, dass die Fed den Investmentbanken und vor allem Goldman Sachs zu ehrerbietig gegenüber steht. Der Verdacht gründet auf Aussagen einer früheren Mitarbeiterin der Fed in New York.

          Standfest gegenüber Banken

          Yellen nutzte die Rede deshalb auch, um Zweifel an ihrer Standfestigkeit gegenüber Wall Street zu zerstreue. So sagte sie: „Wir erwarten von den Großbanken, dass sie dem Gesetz folgen und dass sie ihr Geschäft in ethischer Weise ausführen“. Zu oft hätten Banker das unterlassen, gelegentlich in schamloser Weise. Yellen versprach, alles für eine unabhängige,  unbestechliche, allein der Gesellschaft dienende Finanzaufsicht zu tun. 

          Doch die Lage hat sich nach Einschätzung der Zentralbankerin dramatisch verbessert. Dank einer strengen Regulierung seien die großen Banken und das ganze Finanzsystem stärker und stabiler geworden. Als Beispiel nannte Yellen die Kapitalausstattung der Banken: Allein die acht wichtigsten amerikanischen Banken hätten von 2009 bis 2014 ihre Eigenkapitalbasis mehr als verdoppelt, indem sie in dieser Zeitspanne ihr Eigenkapital um 500 Milliarden Dollar aufstockten.

          Die Fed glaubt aber auch, dass die Banken ihr Risikomanagement noch verbessern könnten. In den nächsten Tagen wird bekannt gegeben, wie große Banken bei Stresstests abgeschnitten haben. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Deutschen Bank.

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