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Cyber Monday : Auf zur virtuellen Konsumparty

Amerika ist am Black Friday in den Geschäften im Kaufrausch, am Cyber Monday im Netz Bild: AP

Der „Black Friday“ ist vorbei, nun kommt der „Cyber Monday“. Bisher lässt sich das Weihnachtsgeschäft in Amerika aber nicht allzu gut an.

          Das Weihnachtsgeschäft in den Vereinigten Staaten läuft auf Hochtouren, aber die Bilanz der Tage um den „Black Friday“ ist alles andere als berauschend. Das Wochenende um diesen vierten Freitag im November, dem Tag nach dem Thanksgiving-Fest, markiert üblicherweise den inoffiziellen Startschuss für die heiße Phase des Weihnachtsgeschäfts. Wie der Branchenverband National Retail Federation mitteilte, fiel der Umsatz in amerikanischen Geschäften zwischen Donnerstag und Sonntag aber gegenüber dem Vorjahr um 11 Prozent auf 50,9 Milliarden Dollar. Das weckt Zweifel an den optimistischen Prognosen des Verbandes, der damit rechnet, dass der Umsatz des amerikanischen Einzelhandels im gesamten Weihnachtsgeschäft in diesem Jahr um 4 Prozent zulegen wird.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Verband mutmaßt, dass viele Händler schon in den vergangenen Wochen mit Sonderangeboten gelockt hätten und dies das Geschäft um den „Black Friday“ gebremst habe. Auch sorge die aufgehellte wirtschaftliche Lage womöglich dafür, dass die Amerikaner nicht mehr so sehr auf aggressive Preisnachlässe angewiesen seien, für die der „Black Friday“ berühmt ist. Negativ bemerkbar gemacht habe sich in den Läden auch der Umstand, dass Amerikaner immer mehr im Internet einkaufen.

          Am Montag richtet sich der Blick nun noch mehr auf den Online-Handel. Es ist „Cyber Monday“, seit einiger Zeit der umsatzstärkste Tag des Jahres für amerikanische Internethändler. Das gute Geschäft an dem Tag wurde oft damit begründet, dass Amerikaner noch einem langen Feiertagswochenende am Montag wieder ins Büro zurückkehren und von ihren dortigen Computern aus einkaufen. Zwar dürften Amerikaner immer weniger auf ihren Bürocomputer angewiesen sein, zumal in einer Zeit, in der die meisten Menschen ständig ein Smartphone bei sich tragen. Dennoch hat sich der „Cyber Monday“ seine Spitzenposition im Online-Handel bewahrt. Im vergangenen Jahr gaben Amerikaner an diesem Tag 1,7 Milliarden Dollar für Online-Einkäufe aus, so viel wie noch nie zuvor an einem einzelnen Tag.

          Auch in den vergangenen Tagen wurde schon viel online eingekauft. Die Internetseite der Elektronikkette Best Buy etwa brach am Freitag wegen Überlastung für 90 Minuten zusammen. Nach Angaben der Marktforschungssparte des Technologiekonzerns IBM lagen die Umsätze im Online-Handel am „Black Friday“ um 9,5 Prozent über dem Vorjahreswert, am Thanksgiving-Tag gab es sogar ein Plus von 14,3 Prozent. Fast 28 Prozent der Online-Umsätze kamen von Bestellungen auf mobilen Geräten wie Smartphones und Tabletcomputern. Interessant dabei ist, dass viele Verbraucher sich zwar beim Online-Shopping lieber auf Smartphones als auf Tablets informieren, aber den eigentlichen Kaufvorgang dann doch lieber über die größeren Tablets abwickeln. Nach IBM-Erhebungen standen Smartphones am Freitag für 35 Prozent der Seitenaufrufe und Tablets für 15 Prozent. Zum Online-Umsatz trugen Smartphones aber nur 12 Prozent bei, während Tablets bei 16 Prozent lagen.

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