https://www.faz.net/-gqe-8dmd0

Coca-Cola „Zero“ : Wem gehört die Null?

Vor allem die „Zero“ kommt bei den Verbrauchern an. Bild: Reuters

Coca-Cola will sich das Wort „Zero“ als Marke schützen lassen. Wettbewerber meinen, damit würde der Konzern ein Monopol auf ein ganz gewöhnliches Wort bekommen.

          2 Min.

          Vor etwas mehr als zehn Jahren kam „Coca-Cola Zero“ auf den Markt. Der amerikanische Getränkegigant Coca-Cola versuchte damit, sein Sortiment kalorienreduzierter Limonaden auszuweiten. „Zero“ war als Alternative zur „Diet Coke“ gedacht, die in Deutschland als „Coca-Cola Light“ verkauft wird.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Der Konzern vermarktete „Zero“ als Getränk, das, wie der Name verrät, zwar null Kalorien hat, dabei aber dem Geschmack der Original-Coke sehr nahe kommt. Und er zielte in seinem Marketing stärker auf Männer ab. Denn Diet Coke wurde offenbar von vielen Männern eher als Frauengetränk wahrgenommen. Auch andere Getränke des Konzerns wie Sprite haben mittlerweile eine „Zero“-Variante.

          Schon bevor die Limonade überhaupt auf den Markt kam, hat Coca-Cola in den Vereinigten Staaten versucht, sich das Wort „Zero“ als Marke schützen zu lassen. Das war ein ziemlich aggressives Manöver, wenn man bedenkt, dass es sich bei „Zero“ um ein ganz alltägliches englisches Wort handelt. Ein Markenschutz würde Coca-Cola in eine gute Ausgangsposition bringen, andere Unternehmen zu verklagen, die das Wort „Zero“ im Namen ihrer Produkte verwenden.

          Aus dem Versuch, sich den Markenschutz für „Zero“ zu sichern, ist ein langwieriges Verfahren geworden, das bis heute andauert, aber nun bald ein Ende finden könnte. Wie die Zeitung „Wall Street Journal“ berichtet, könnte die amerikanische Patentbehörde noch vor dem Sommer eine Entscheidung über den Antrag von Coca-Cola treffen.

          Die Null ins Getränkeregal gebracht

          In anderen Ländern ist Coca-Cola mit seinen Bemühungen, die Null zu vereinnahmen, schon gescheitert. So wurde erst vor wenigen Wochen in Kanada ein Markenschutz der „Zero“ für Coca-Cola abgelehnt. In Großbritannien schlug ein solches Vorhaben von Coca-Cola schon im Jahr 2008 fehl.

          Wettbewerber wie Pepsico oder Dr Pepper Snapple haben bei den Patentbehörden in verschiedenen Ländern dagegen argumentiert, Coca-Cola Markenrechte für die Null zu gewähren. Dr Pepper sagte zum Beispiel, damit bekäme Coca-Cola ein Monopol auf ein gewöhnliches englisches Wort. Coca-Cola wiederum vertrat die Auffassung, mit umfangreichem Marketing dafür gesorgt zu haben, dass „Zero“ heute im Zusammenhang mit Getränken exklusiv mit seinen Produkten assoziiert werde.

          In jedem Fall wird Coke Zero für seinen Hersteller immer wichtiger. Zwar ist das Geschäft mit kalorienreduzierten Limonaden schwieriger geworden, unter anderem weil viele Verbraucher sich Sorgen um gesundheitliche Gefahren von künstlichen Süßstoffen machen. Coke Zero schlägt sich dabei aber im Moment viel besser als Diet Coke, obwohl beide Getränke künstliche Süßstoffe enthalten. Die Absatzmengen von Coke Zero stiegen im vergangenen Jahr auf der ganzen Welt um 6 Prozent, während es bei Diet Coke und Coke Light ein Minus von 6 Prozent gab.

          Weitere Themen

          Chefvolkswirtin verlässt den IWF

          Führungswechsel : Chefvolkswirtin verlässt den IWF

          Gita Gopinath geht zurück an die Harvard-Universität. Ihr Rücktritt erfolgt in einer Zeit, in der die Chefin des Währungsfonds in der Kritik steht.

          Topmeldungen

          NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch in Brüssel

          Verteidigungsplanung der NATO : Die Kunst flexibler Abschreckung

          Die NATO richtet ihre Verteidigung auf hybride Kriegsführung aus. Nun wird ermittelt, was die Mitglieder dafür können müssen. Das ist auch für die nächste Bundesregierung von Bedeutung.
          IWF-Chefökonomin Gita Gopinath

          Führungswechsel : Chefvolkswirtin verlässt den IWF

          Gita Gopinath geht zurück an die Harvard-Universität. Ihr Rücktritt erfolgt in einer Zeit, in der die Chefin des Währungsfonds in der Kritik steht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.