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Ni hao aus Peking : Chinas Superreiche: Nicht nur der Google-Konkurrent schwimmt im Geld

Morgengymnastik in Peking Bild: AFP

Chinas Superreiche haben oft Biografien nach dem Muster: vom Tellerwäscher zum Millionär. Sind sie einmal Milliardäre geworden, jucken sie ein paar Millionen mehr oder weniger auch nicht mehr.

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          Der Anstieg der Kurse chinesischer Aktien in Hongkong, New York, Schanghai oder Shenzhen macht Chinas Reiche immer reicher. Denn der Wohlstand beruht in erster Linie auf den Beteiligungen an ihren Unternehmen. Ein gutes Beispiel ist der Gründer des chinesischen Suchmaschinen-Konzerns Baidu, Li Yanhong, der sich auch Robin Li nennt.

          Christian Geinitz

          Wirtschaftskorrespondent für Österreich, Ostmittel- und Südosteuropa und Türkei mit Sitz in Wien.

          Weil der Kurs der an der Nasdaq notierten Baidu-Aktie stark steigt, ist sein Vermögen in diesem Jahr um fast 60 Prozent auf 12 Milliarden Dollar angewachsen. Nicht schlecht für jemanden, der von null angefangen hat.
          Der 44-jährige ist der einzige Sohn unter fünf Kindern eines Fabrikarbeiterpaars aus der Kohleprovinz Shanxi südwestlich von Peking. Erst im Jahr 2000 gründete Li das Unternehmen Baidu und brachte die Gesellschaft 2005 an die Börse. Heute ist sie der mit Abstand führende Suchmaschinenbetreiber in China, dem größten Computermarkt der Welt.

          Google weit abgeschlagen, Baidu immer profitabler

          Baidu zieht zwei Drittel aller Anfragen auf sich, gefolgt von Qihoo 360, Sogou und Soso. Für Google auf Platz fünf entscheiden sich nicht einmal 4 Prozent der Suchenden in China. Durch die starke Heimatbasis spielt Baidu auch im Weltmarkt eine Rolle. Marktforschungsgesellschaften führen den Konzern international auf Rang fünf. Mit umgerechnet 3,6 Milliarden Dollar Umsatz und einem Jahresüberschuss von 1,7 Milliarden Dollar ist Baidu zwar kleiner als Google, wächst aber schneller.

          In der Milliardärsliste der Finanzagentur Bloomberg, die den Reichtum gemäß Börsenkurs täglich aktualisiert, rangiert Li heute Morgen auf Platz 96 in der Welt und an Rang drei in China. Auch die Typen vor ihm sind interessant. Ganz an der Spitze steht Wang Jianli, der eigentlich Soldat ist. Sein Vermögen ist seit Jahresbeginn um 41 Prozent oder 3,8 Milliarden Dollar gewachsen. Allein heute Nacht ist sein Tresor um 44 Millionen Dollar schwerer geworden und bringt jetzt 13 Milliarden Dollar auf die Waage.

          In China noch möglich: vom Tellerwäscher zum Milliardär

          16 Jahre lang diente Wang in der Volksbefreiungsarmee. Sein Vater hatte im Zweiten Weltkrieg und im Bürgerkrieg gekämpft. Reich geworden ist Wang mit einem Geflecht von Immobilien-, Tourismus- und Unterhaltungsprojekten, das sich Wanda-Gruppe nennt. Besonders erfolgreich ist die Hotelkette, die in London die erste chinesische Luxusherberge in Europa eröffnen will. Wangs Kino-Konzern hat ebenfalls internationale Ambitionen. 2012 kaufte er für 2,6 Milliarden Dollar die amerikanische Filmtheaterkette AMC aus Kansas City. Seitdem versteht sich Wanda als größter Kinobetreiber der Welt.

          Zong Qinghou auf Platz zwei der Superreichen (11,7 Milliarden Dollar) ist ein typisches Beispiel für die vielen Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Geschichten in der Volksrepublik. Aus armen Verhältnissen stammend, schlug er sich zunächst damit durch, in einer Saline die Salzlake aufzusammeln. Später verkaufte er an einer Schule seiner Heimatstadt Hangzhou südlich von Schanghai Getränke und Milchprodukte. Daraus erwuchs sein Unternehmen Wahaha (Lachendes Kind), das heute Chinas drittgrößter Erfrischungsgetränkehersteller ist.

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