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Schwächere Wirtschaft : Schlimm geht es zu in Burmas Jade-Minen

Minen-Arbeiter in Burma. Das Land lebt zu weiten Teilen von seinen Bodenschätzen. Bild: Reuters

Der Abbau des grünen Goldes ist brutal. Die Mafia aus Politik und Militär macht sich die Taschen voll. Nun aber bricht der Jade-Markt zusammen.

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          Rund um die Erde ist das langsamere Wachstum Chinas zu spüren. Auch im entlegenen südostasiatischen Burma (Myanmar). Das Land, dass sich nach jahrzehntelanger Diktatur durch das Militär nun öffnet, lebt zu weiten Teilen von seinen Bodenschätzen: Holz, Gas, Öl, Rubine und Jade. Das „grüne Gold“ Jade aber gilt vor allem in China als Schmuck und Glücksbringer – für die richtige Jade zahlen Chinesen zehntausende von Dollar.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Das war vor allem für das Militär und einige Stammesfürsten in Burma über Jahre ein blendendes Geschäft. Denn auch aufgrund der Sanktionen durch den Westen hatten die nach Burma reisenden chinesischen Kaufleute praktisch ein Monopol auf den Jade-Erwerb. Die Eigner der Minen machten sich die Taschen voll. Und das auf Kosten der Gräber und Schürfer: Immer wieder kam es in den vergangenen Monaten zu Katastrophen in den Minen, bei denen mehr als hundert Menschen starben. Nach Angaben der Nichtregierungsorganisation Global Witness wurden alleine 2014 in Burma Jadesteine im Wert von umgerechnet knapp 29 Milliarden Euro abgebaut, dies entspräche beinahe der Hälfte des Bruttoinlandsproduktes Burmas. Laut offiziellen Zahlen setzte die Branche lediglich 3,4 Milliarden Dollar um.

          Das gesamte Geschäft ist belastet von Korruption, Vorteilsnahme, Diebstahl und Ausbeutung. Gerade entließ die Regierung Spitzenbeamte, weil sie illegal massenweise schwere Lastwagen und Bagger aus China in die Minenregion Hpakant im Kachin-Staat eingeführt hatten. Offiziell arbeiten in der Sperrregion gut zehn chinesische Firmen gemeinsam mit burmesischen Partnern. Inoffiziell werden mehr als 800 Firmen gezählt, die oft illegale Minen betreiben und die Jade über die Grenze schmuggeln. Das Eingreifen nun ist ein Novum für Burma: Über Jahre konnten die Minenbesitzer im Norden des Landes schalten und walten, wie sie wollten. Sie bereicherten sich in unvorstellbarem Maße, während die Arbeiter litten.  Gemeinsam mit den Chinesen bildeten sie eine Mafia, um die seit Jahrhunderten begehrte Jade außer Landes zu schaffen – so wie etwa auch das wertvolle Teakholz.

          Nun aber wird es schwieriger. Zum einen dürfte die neue, demokratische Regierung auch einen Blick auf den Jadehandel werfen. Dies aber kann dauern, denn sie ist mit Aufgaben überlastet. Zum anderen aber werden jetzt die Chinesen ausgebremst – und zwar von ihrer eigenen Regierung: Denn deren Kampf gegen Korruption und Verbrechen hat dazu geführt, dass auch die Bankkredite für die Jadeeinkäufer eingefroren wurden. Deshalb ist das Geschäft der Jade-Mafia in Burma praktisch zum Erliegen gekommen. „Die chinesische Regierung hat die Kredite an die Jade-Einkäufer heruntergefahren. Die Großen von ihnen haben Partnerschaften mit den chinesischen Banken. Deshalb ist der burmesische Jademarkt vollkommen zusammengebrochen“, sagt UI Soe Naing, Chef der Unternehmer der Edelstein- und Schmuckindustrie in Mandalay.

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