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Teure Tierchen : Chinas Panda-Diplomatie

Bild: AP

Ausgewählten Zoos dieser Welt hat China Pandabären geliehen. Das ist ein teures Vergnügen. 

          Helles Entzücken herrscht im Zoo in Washington. Die Pandabärin Mei Xiang hat zwei Junge bekommen. Nach vielen aufwendigen versuchen hat es geklappt. Der Smithsonian National Zoo bestätigte, dass die Zwillinge am 22. August im Abstand von fünf Stunden geboren wurden. Spezialisten kümmern rund um die Uhr um den wertvollen Nachwuchs. Eines der beiden Jungen wird zurzeit  in einem Brutkasten aufgepäppelt, tauscht aber später seinen Platz mit seinem Geschwisterchen. Die Spezialisten folgen mit dem Tausch einer festgeschriebenen Prozedur. Man will nichts falsch machen: Die Tiere sind kostbar.

          Winand von Petersdorff-Campen

          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Kein gewöhnliches Zootier ist teurer für als Pandabären. Damit die Zoos Pandas  überhaupt zeigen können, müssen sie die Tiere von der chinesischen Regierung leihen. Die ist ein waschechter Monopolist auf dem Gebiet des Panda-Leasings: Sie verlange eine Jahresgebühr rund 500.000 Dollar je Kopf und hält das Angebot knapp: Rund 50 Pandabären leben in Zoos außerhalb Chinas. Weil die Tiergärten  in der Regel zwei Tiere  halten, beträgt die jährliche Leasing-Rate für Pandabären mindestens eine Million Dollar. Doch das Geld zu haben, reicht noch lange nicht.

          China verleiht die Tiere nur ausgewählten Partnern. In den Vereinigten Staaten genießen vier Zoos das teure Privileg, Pandas halten zu dürfen: Neben Washington sind das die Zoos von Memphis, San Diego und Atlanta. Weltweit halten 18 Zoos in 13 Ländern die Großen Pandabären, Deutschland hat seit 2012, dem Jahr des Ablebens von Bao Bao in Berlin  keinen Großen Panda mehr.

          Bao Bao war noch ein echtes Geschenk an die Regierung unter Kanzler Helmut Schmidt. Alle Tiere dagegen, die heute außerhalb Chinas ihr Dasein fristen, sind Leihpandas vergleichbar Fußballprofis, die von reichen Clubs an arme Clubs ausgeliehen werden, um Spielpraxis zu bekommen. Die Großen Pandas bleiben im Besitz der chinesischen Regierung, die sie in der Regel für zehn Jahre und einer Option zur Verlängerung von fünf Jahren verleiht.

          Großer Panda - große Freundschaft

          Das Besitzrecht erstreckt sich auch auf die Nachkommen. So gehören die rosigen Zwillinge aus Washington ebenfalls China, dorthin werden sie spätestens in vier Jahren gebracht. Für die Zoogeburten müssen die Zoos übrigens ebenfalls eine einmalige Summe, eine Art Kopfsteuer an China überweisen, 200.000 Dollar pro Spross sind Praxis, vorausgesetzt, das Tier überlebt die ersten sechs Monate. Stirbt der Panda aber vorher und menschliches Versagen ist die Ursache, dann wird eine Strafgebühr von einer halben Million Dollar fällig.          

          China verfolgt bei der Vergabe der Pandabären verschiedene Ziele, die sich im Laufe der Jahre gewandelt  haben. In Phase eins unter Mao verschenkte China Pandas, um strategische Freundschaften zu begründen, analysiert die Oxford-Geografin Kathleen Buckingham. Mit Deng Xiaopings Öffnungspolitik zum Kapitalismus wurden die Geschenke zu Leasing-Objekten. In der aktuellen Phase drei schließlich verbindet China die Ausleihe mit konkreten Zielen, die sich auf Rohstoffe oder Technologie beziehen und dem generelleren Zweck, eine tiefe dauerhafte Partnerschaft zu begründen, sagt Buckingham. So wirft die Tatsache, dass Deutschland ohne Großen Panda dasteht, einen Schatten auf die zwischen-staatlichen Beziehungen. Für den Einsatz der Großen Pandas als Instrumente des Handels hat sich der Begriff Panda-Diplomatie eingebürgert.

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