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Büroarchitektur : In China arbeiten sie auf der Enterprise

Startrekkin’ across the universe - oder zumindest in Fuzhou Bild: AFP

Es ist kein Vogel, kein Flugzeug, kein Ufo – es ist der Arbeitsplatz: ein chinesischer Softwareunternehmer hat sich für sein Bürogebäudes von Star Trek inspirieren lassen.

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          In der chinesischen Provinz Hebei steht ein Nachbau der Sphinx aus Ägypten, bei der nahe Peking beheimateten Stadt Dalian thront in den Bergen eine Fünf-Sterne-Plus-Version von Schloss Neuschwanstein mit Luxuspool und Spa. Nun braucht China auch nicht mehr von der Reise ins Weltall zu träumen: In der Stadt Changle am südlichen Abschnitt der chinesischen Ostküste ist die USS Enterprise gelandet.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Bauherr ist ein Mann namens Liu Dejian. Der Millionär hat eine Entwicklungsfirma für Computerspiele gegründet, sitzt im Aufsichtsrat des chinesischen Suchmaschinenbetreibers Baidu und hat im amerikanischen Kansas studiert, wo er im Fernsehen ziemlich viel Star Trek geguckt haben muss. Auf jeden Fall ist Liu Dejjian ein Hardcore-Fan der Serie, aber kein gewöhnlicher: Sein neues Firmengebäude sieht aus wie das Raumschiff USS Enterprise 1701-E, das um die Jahrtausendwende herum in den Star-Trek-Filmen zum Einsatz kam.

          An der Physik gescheitert

          Das „Wall Street Journal“ hat der Geschichte des außergewöhnlichen Bürobaus nachgespürt. Demnach hat es sich der Unternehmer Liu 600 Millionen Yuan kosten lassen (90 Millionen Euro), im Mai vergangenen Jahres nach vier Jahren Bauzeit seinen zweitgrößten Traum beziehen zu können. Eigentlich hatte Liu ein anderes Schiff aus der Serie als architektonische Vorlage ausgewählt; zwischen Anspruch und Realität standen dann letztlich physikalische Hürden.

          Nun steht das Büroschiff 600 Meter lang, 100 Meter breit und sechs Stockwerke hoch auf Stelzen, als wäre es gerade eben in Chinas Süden gelandet. Vorlage für die Architekten war ein Star-Trek-Poster. Das Unternehmen von Bauherr Liu namens Netdragon beteuert, entgegen aller Mutmaßung das Gebäude nicht einfach kopiert zu haben, wie es in China nicht unüblich ist. Schließlich ist das Softwareunternehmen schon qua eigenem Geschäftsmodell daran interessiert, dass Eigentumsrechte gewahrt werden.

          Selbstverständlich habe man den amerikanischen Rechteinhaber von Star Trek, den Medienkonzern CBS, kontaktiert und um Erlaubnis gefragt – die Amerikaner hätten das Ganze zunächst für einen Scherz gehalten, so das Unternehmen. Wie viel oder ob überhaupt die Chinesen etwas für die Rechte bezahlt haben, ist nicht bekannt. Auf jeden Fall blieb Firmengründer Liu noch genügend Geld, um im Inneren seines galaktischen Bürogebäudes die Nachbildung eines Skeletts eines Tyrannosaurus Rex aufzustellen, dessen Original Ende der 80er Jahre im amerikanischen Bundesstaat South Dakota gefunden wurde.

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